HV-Schraube

HV-Schraube: Sechskantschraube aus hochfestem Stahl, die für kraftübertragende Verbindungen im Stahlbau eingesetzt wird. Die möglichen Verbindungsarten sind: gleitfeste Verbindung (GV), gleitfeste gepasste Verbindung (GVP), hochfeste Verbindung mit voller oder halber Vorspannung und hochfeste Verbindung ohne Vorspannung (HVO). GV: Die Reibflächen werden vorbehandelt (eben, fettfrei, leicht aufgeraut), um den erforderlichen Reibbeiwert für die Kraftübertragung zu erreichen. Die eingebrachte volle Vorspannung wird mit geeichtem Drehmomenten Schlüssel, durch direktes oder indirektes Messen der Vorspannkraft, kontrolliert.
GVP: Die H. wird in die Bohrung eingepasst und damit auch Scher- und Lochleibungskräfte für die Kraftübertragung genutzt. Die Reibflächen werden wie bei GV vorbehandelt.
HVV/HVH: Es erfolgt keine Reibflächenvorbehandlung, daher werden nur Scher- und Lochleibungskräfte angesetzt.
HVO: ohne Vorspannung und Reibflächenbehandlung; gegenüber normalen Schraubverbindungen ist nur die erhöhte Scher- und Zugfestigkeit des Materials wirksam.
HVO können wesentlich größere Zugkräfte in Schaftrichtung aufnehmen als normale Schrauben, deren Festigkeit dem Material der zu verbindenden Teile entspricht. Sofern HVO in GV und GVP eingesetzt sind, reduziert sich die auf Reibung übertragbare Kraft entspr. dem Verhältnis der Zugkraft zur Vorspannkraft.