Industrielle Bruttoproduktion

Industrielle Bruttoproduktion, — Erzeugnisse und Leistungen der industriellen Produktionstätigkeit der Betriebe der Industrie und anderer Wirt­schaftsbereiche in einem bestimmten Zeitraum (i. allg. im Jahr), unabhängig von ihrem Fertigstel­lungsgrad. Die industrielle Bruttoproduktion wird als eine Kennziffer des Produktionsumfanges (Produktionsprogramm) ausgedrückt. Sie umfasst a) Erzeugnisse und ma­terielle Leistungen, die zur industriellen Waren­produktion gehören und b) den Wert der Bestandsveränderungen an unfertigen Erzeugnissen und Leistungen industrieller Art in den sozialistischen Betrieben der Industriebereiche Maschinen- und Fahrzeugbau sowie Elektrotechnik/Elektronik/ Gerätebau. — In der Vergangenheit wurde die industrielle Bruttoproduktion als eine zentrale Kategorie im Planungs- und Abrechnungssystem betrachtet. Da die industrielle Bruttoproduktion jedoch nur eine globale quantitative Aussage über die ökonomischen Resultate bietet, Doppelzählungen aufweist, durch Kooperationsverflechtungen stark aufgebläht werden kann und somit nicht exakt die wirkliche Leistung der Betriebe im Berichtszeit­raum widerspiegelt und außerdem durch unterschiedliche Bewertungsmaßstäbe verzerrt wird, begünstigte die Überschätzung dieser Kennziffer .Erscheinungen des Formalismus und der Ton­nenideologie in der Wirtschaftstätigkeit. Bei der Anwendung und Analyse der industrielle Bruttoproduktion, die auch künftig — neben weiteren quantitativen und qualitativen ökonomischen Kennziffern — für betriebsanalyti­sche Zwecke genutzt wird (z. B. zur Ermittlung des betrieblichen Materialbedarfes für die Jahrespro­duktion), sind die Grenzen ihrer Aussagekraft zu berücksichtigen. Im System der Planung und Abrechnung der Betriebe für den Zeitraum 1976 bis 1980 ist die Kennziffer der industrielle Bruttoproduktion als Plankenn­ziffer nicht mehr enthalten (außer als spezifische Kennziffer für die Planung und Abrechnung des Industrieanlagenbaues).