Kolonialsystem des Imperialismus

Kolonialsystem des Imperialismus — Gesamtheit der Kolonien, Halbkolonien und abhängigen Länder, abhängige), die von im­perialistischen Staaten und Monopolen politisch und ökonomisch beherrscht, unterdrückt und sy­stematisch ausgebeutet und ausgeplündert wurden. Die Länder des Kolonialsystem wurden von den imperialisti­schen Staaten und Monopolen in Agrar- und Roh­stofflieferanten der Metropolen verwandelt, als vorteilhafte Absatzmärkte, Kapitalanlagesphären, Quellen billiger Arbeitskräfte und für militärisch- strategische Zwecke benutzt. Die koloniale Ver­sklavung und systematische Ausplünderung der Völker der Länder des Kolonialsystems sicherte den Monopolen riesige Kolonialprofite. Sie war ein Weg zur Erzielung hoher Monopolprofite. Das Kolonialsystem des Imperialismus entstand mit dem Hinüberwachsen des vormonopolistischen Kapitalismus in den Im­perialismus im Ergebnis der territorialen Auftei­lung der Erde unter die kapitalistischen Groß­mächte. Ende des 19. und Anfang des 20. Jh. wurde die territoriale Aufteilung der Erde durch die imperialistischen Großmächte beendet; Ganz Afrika, Australien sowie der größte Teil Asiens und Lateinamerikas waren zu Beginn des 20. Jh. zu Kolonien, Halbkolonien und abhängigen Län­dern einiger imperialistischer Staaten (England, Frankreich, Deutschland, Holland, zaristisches Russland, USA usw.) geworden. „Der Kapitalis­mus ist zu einem Weltsystem kolonialer Unter­drückung und finanzieller Erdrosselung der über­großen Mehrheit der Bevölkerung der Erde durch eine Handvoll, fortgeschrittener` Länder gewor­den" (Lenin). Die Geschichte der Herausbildung des Kolonialsystem des Imperialismus und die imperialistische Kolonialpolitik sind eine Kette kolonialer Eroberungen und kolonialen Raubes, imperialistischer Willkür, nationaler Un­terdrückung und kolonialer Versklavung sowie des Kampfes zw. den imperialistischen Staaten und Monopolen um die Herrschaft über die Länder des Kolonialsystem und ihre Völker; eine Kette von grausamsten Kolonialkriegen und zweier Weltkriege der im­perialistischen Staaten um die Neuaufteilung der Welt. Die imperialistischen Staaten und Monopole hielten die Entwicklung der Produktivkräfte in den Ländern des Kolonialsystems auf und lenkten die Entwicklung ihrer Wirtschaft in einseitige Bahnen. Sie waren bestrebt, die aus dem Kolonialismus resultierende ökonomische Rückständigkeit der Länder des Kolonialsystems zu verewigen, um sie für alle Zeit im kolonialen Joch zu halten und als eine Quelle hoher Mono­polprofite benutzen zu können. Die imperialisti­schen Mächte trieben in den Ländern, des Kolonialsystem Raubbau an den Naturreichtümern und ließen die Entwicklung nur solcher Wirtschaftszweige zu, die für die Lieferung von Rohstoffen und Lebens­mitteln an die Metropolen wichtig waren. Wegen der relativ geringen Bodenpreise, niedrigen Löhne und billigen Rohstoffe waren die Länder des Kolonialsystems eine außerordentlich profitable Kapitalanlage­sphäre. Der Kapitalexport in die Länder des Kolonialsystems diente vornehmlich der Ausbeutung der Werk- tätigen und der Ausraubung der Bodenschätze dieser Länder. Den Monopolen boten sich äußerst vorteilhafte Absatzmärkte, wobei sie bestrebt waren, sich gegen die Konkurrenz von Monopolen anderer Länder auf ihren kolonialen Märkten abzuschirmen. Einerseits wurden Waren aus den Metropolen auf den kolonialen Märkten zu sehr hohen Preisen abgesetzt, andererseits wurden Waren aus den Kolonien und abhängigen Ländern zu sehr niedrigen Preisen aufgekauft. Diese Preisschere zw. Industrieprodukten und Rohstof­fen führte zu wachsender Ausbeutung der Länder des Kolonialsystem Die Kolonien und abhängigen Länder bil­deten für das Monopolkapital ein Terrain billiger Arbeitskräfte. Der Arbeitstag war sehr lang. Weitgehend wurde von der krassesten Ausbeutung von Frauen und Kindern Gebrauch gemacht. In der Regel gab es keine Arbeitsgesetzgebung. Auf dem Gebiet der Entlohnung herrschte Rassendis­kriminierung, und nicht selten wurde Zwangsarbeit angewandt. Die Bevölkerung bestand in ihrer großen Mehrheit aus landlosen und landarmen Bauern, die dem Joch der doppelten Ausbeutung unterlagen; sie wurden einmal durch die inlän­dischen agrarischen Ausbeuter und Wucherer und zum anderen durch das ausländische Monopolka­pital ausgebeutet. Der Imperialismus verurteilte die Völker der Länder des Kolonialsystem zu kolonialer Skla­verei und Knechtschaft, zu Rechtlosigkeit, Armut und Unwissenheit und raubte ihnen die nationale Unabhängigkeit und politische Selbständigkeit. Das imperialistische Joch und die schrankenlose Ausbeutung riefen unvermeidlich den Widerstand der breitesten Volksmassen in den Ländern des Kolonialsystem hervor und führten zum Kampf um die nationale Unabhängigkeit Befreiungsbewegung, natio­nale) und zur Herausbildung der Krise des Kolonialsystems, die gleichzeitig mit der all­gemeinen Krise des Kapitalismus (Krise des Kapitalismus, allgemeine) entstand. Die Krise des Kolonialsystems und sein Zerfall sind wichtige Bestandteile der allgemeinen Krise des Kapitalismus. Die Krise des Kolonialsystems bedeutet heftige Verschärfung der Wider­sprüche zw. den imperialistischen Mächten ei­nerseits und den Ländern des Kolonialsystems andererseits (Widerspruch zw. Kolonie und Metropole). Die Grundlagen der. imperialistischen Herrschaft in den Kolonien wurden erschüttert. Es entwickelte sich ein weit ausgreifender nationaler Befreiungs­kampf, der in den allg. Strom der revolutionären Weltbewegung einbezogen wurde. Einen mächti­gen Auftrieb erhielt die nationale Befreiungs­bewegung durch die Große Sozialistische Ok­toberrevolution, die den Übergang vom Kapitalis­mus zum Sozialismus einleitete. Die Oktoberrevo­lution wurde zu einem anspornenden Beispiel nicht nur für die Arbeiterklasse der kapitalistischen Länder, sondern auch für alle unterdrückten Völker. Sie eröffnete die Epoche der Revolution der Völker des Kolonialsystem gegen den Imperialismus und der nationalen Befreiungsbewegung den Weg zum Sieg über die imperialistische Kolonialherrschaft. Nach dem zweiten Weltkrieg begann eine neue Etappe des nationalen Befreiungskampfes. Die Phase des Zerfalls des Kolonialsystem setzte ein. Der gewaltige Aufschwung der nationalen Befreiungsbewegung, verstärkt durch den wachsenden Einflug des so­zialistischen Weltsystems, führte dazu, dass das Kolonialsystem heute faktisch zerfallen ist. Dies ist ein wichtiges Merkmal der Verschärfung der allgemeinen Krise des Kapitalismus in ihrer dritten Etappe. Hunderte Millionen Menschen in den selbständig geworde­nen jungen Staaten sowie in den noch um ihre Unabhängigkeit ringenden Ländern werden zu natürlichen Bundesgenossen des sozialistischen Weltsystems und seiner Friedenspolitik. Während die sozialistischen Staaten und die internationale Arbeiterbewegung den Kampf der Länder des Kolonialsystem um Ihre Befreiung vom Joch des Imperialismus stets entscheidend gefördert haben und sich ent­schieden für die völlige und endgültige Beseitigung des Kolonialregimes in allen seinen Formen und Erscheinungen einsetzen, widersetzen sich die imperialistischen Mächte dem Kampf der Völker um Freiheit und Unabhängigkeit. Neo­kolonialismus). In den jungen Staaten wird die Überzeugung stärker, dass Ihren Interessen der nichtkapitalistische Entwicklungsweg entspricht; zahlreiche Länder haben die sozialistische Orien­tierung gewählt.