Kontrollkarte

Kontrollkarte — in der statistischen Qualitäts­kontrolle graphische Darstellung des Qualitäts­verhaltens eines Fertigungsprozesses. Auf der Kontrollkarte wird die zur Kontrolle errechnete statistische Maßzeile dargestellt, die aus den in regelmäßigen Zeitabständen entnommenen meist kleinen Stich­proben berechnet wird. Kontrollkarte sind nach oben und nach unten durch Kontrollgrenzen, die meist sym­metrisch zur Mittellinie liegen, begrenzt, die mit vorgegebener Wahrscheinlichkeit berechnet wer­den. Überschreiten der Kontrollgrenzen deutet auf systematische negative Einflüsse im Fertigungsprozess, die beseitigt werden müssen. Die Kontroll- grenzen werden an Hand einer Voruntersuchung, eines Vorlaufs, aus 15 bis 25 Stichproben berech­net. Je nachdem, ob das Qualitätsmerkmal quan­titativ oder qualitativ beurteilt wird, werden Kontrollkarte für messbare Merkmale und solche für nicht messbare Merkmale unterschieden. Zu den Kontrollkarte für messbare Merkmale gehören u. a. Urwertekarten, Einzel­wertkarten, Extremwertkarten, ferner Doppelkar­ten für die mittlere Lage der Stichprobe (Mittel­wert, Median, Spannweitenmitte) und für ein Maß der Streuung der Einzelwerte (Standardabwei­chung, Spannweite) sowie Folgetestkarten (Ma­schineneinstellkarten). Beispiele von Kontrollkarte für nicht messbare Merkmale sind Kontrollkarte für die Ausschussquote jeder Stichprobe, für die Anzahl der Fehler in jeder Stichprobe, für die Anzahl der Fehler je Erzeugnis.