Leitungsprozess

Leitungsprozess — Gesamtheit der Handlungen im Leitungssystem, die auf das Erkennen und Lösen der Leitungsaufgaben gerichtet sind. Da der einheitliche und zugleich vielgliedrige Reproduktionsprozess weitgehend durch Arbeitsteilung und Kooperation charakterisiert ist, wird auch die Tätigkeit der Leitungsorgane zur Koordinierung und Sicherung des Reproduktionsprozesses durch Arbeitsteilung und Kooperation bestimmt, werden die konkreten Leitungsoperationen durch die von den jeweiligen Organen auszuführenden Aufgaben und Funktionen geprägt. Im Leitungsprozess und für die Durchsetzung der Aufgaben bedienen sich die Leitungsorgane spezifischer Leitungs­methoden sowie technischer Hilfsmittel (Lei­tungstechnik) zur Vorbereitung, Durchführung und Kontrolle von Entscheidungen. Abstrahiert man von der jeweiligen spezifischen Leitungs­aufgabe, werden gesetzmäßige Phasen der Lei­tungstätigkeit von allg. Gültigkeit sichtbar, die in Verbindung mit der Leitungstechnik zur Tech­nologie der Leitung gehören. Der Leitungsprozess kann vom Standpunkt seines Inhalts, der Organisation und der Technologie charakterisiert werden. Die „technologische" Durchdringung des Leitungsprozess ist für seine Rationalität und Effektivität von ausschlag­gebender Bedeutung, um den Aufwand für die Leitungsabläufe zu minimieren und das Ziel der Leitung mit größter Wirksamkeit zu erreichen. Wird der Leitungsprozess vom Standpunkt der Verantwortung in der Organisation betrachtet, gewinnen die exakt umrissenen Aufgaben der Leitungsorgane, ihre Strukturelemente und Ebenen, die Festlegungen ihrer Pflichten und Rechte für die Wirksamkeit des gesamten Leitungssystems, seines reibungslosen Funktionierens große Bedeutung. Der Leitungsprozess ist folg­lich die Leitung in ihrer Dynamik, dem die Ge­samtheit der gesetzmäßigen Handlungsabläufe zugrunde liegt. Der Verlauf der Handlungsabläufe des Leitungsprozess trägt zyklischen Charakter, unabhängig vom Erkennen und Lösen einer konkreten Leitungs­aufgabe. Das Erkennen und Lösen von Leitungs­aufgaben geschieht in verschiedenen Schritten, die aber eine Einheit bilden. Betrachtet man den Verlauf des Leitungsprozess vom Erkennen bis zur Lösung der Leitungsaufgabe, so ergibt sich ein geschlossener Zyklus mit folgenden Phasen: Zielbestimmung; Entscheidung und ihre Realisierung; Kontrolle sowie Auswertung der Ergebnisse. Jede dieser Phasen erfordert bestimmte Handlungen des ver­antwortlichen Leitungsung ans, die in. ihrem Zu­sammenhang als Leitungsoperationen bezeichnet werden. Die Leitungsoperation wird inhaltlich durch die Spezifik der jeweiligen Aufgabe, in ihrem zeitlichen Verlauf durch einen spezifischen Lö­sungszyklus charakterisiert. Die Erkenntnis des zyklischen Verlaufs jeder Leitungsoperation macht es möglich, sie in ihre Phasen zu zerlegen und inhaltlich und zeitlich zu planen. Sie erleich­tert es dem Leiter bzw. dem Leitungsorgan, die Lösungsschritte einer Aufgabe mit ihren sehr unterschiedlichen Anforderungen an die Leitungs­tätigkeit im voraus zu durchdenken, das eigene Verhalten danach einzurichten und dabei die be= treffende Leitungsoperation in Beziehung zu an­deren, gleichzeitig ablaufenden Leitungsoperatio­nen zu bringen.