Materialbedarf

Materialbedarf — qualitativ und quantitativ be­stimmte sowie technisch-ökonomisch begründete Menge der zur Sicherung der Kontinuität und Planmäßigkeit des volkswirtschaftlichen und be­trieblichen Reproduktionsprozesses notwendigen Grund- und Hilfsmaterialien einschl. Bestandserhöhungen. Die wichtigsten den Materialbedarf beeinflussenden Faktoren sind: das geplante Produktions- und Investitionsprogramm, die Normen und Kennzif­fern der ökonomischen Materialverwendung sowie die Ausrüstungsnormen, der wissenschaftlich- technische Fortschritt und die Entwicklung der gesellschaftlichen Organisation der Produktion, insbes. die Spezialisierung. Der Materialbedarf tritt qualitativ an einer bestimmten Materialart, zeitlich zu einem bestimmten Bedarfstermin und örtlich an einem bestimmten Bedarfsort, z. B. in einem Betrieb, einer Produktionsabteilung oder einem Meister­bereich, auf und wird in der Materialbedarfspla­nung (Materialbedarfsermittlung) erfasst. Die Er­mittlung des Materialbedarf ist Bestandteil der Materialplanung (Materialplan) und wird auf der Grundlage von staatlichen Aufgaben und den ihnen ent­sprechenden staatlichen Plankennziffern für die verschiedenen Verwendungszwecke des Materials (Grund- und Hilfsmaterial, Investitionsverbrauch, Vorräte, Wirtschafts- und. Störreserve) durch­geführt. Im Prozess der Materialplanung wird der ermittelte Materialbedarf mit den Deckungsquellen (Auf­kommen aus inneren und örtlichen Reserven, Vorräten, Wirtschafts- und Störreserven bilan­ziert. Die Quantität des Materialbedarf drückt sich in der Menge der benötigten Materialien aus, während die Qualität des Materialbedarf durch die technischen bzw. funktionellen, formenmäßigen und modischen sowie kosten­mäßigen und preislichen Anforderungen an die Materialien bestimmt wird. — Die wesentlichen Bestandteile des Materialbedarfs sind der Materialbedarf zur Sicherung des geplanten Materialverbrauchs bei der Vorberei­tung, Herstellung und Realisierung von Erzeugnis­sen und Leistungen im betrieblichen Reproduktionsprozess sowie der Materialbedarf zur Bildung ökonomisch begründeter Vorräte. Von wesentlicher Bedeutung ist der Materialbedarf zur Sicherung des geplanten Verbrauchs an Grund- und Hilfsmaterial. Er umfasst die für die Durchführung der Produktion bzw. der Leistungen notwendigen Grund- und Hilfsmaterialien sowie Halbfabrikate und Fertigerzeugnisse (bezogene Teile) entsprechend der geplanten Produktion bzw. den geplanten Leistungen sowie die Hilfsmaterialien, die für die Aufrechterhaltung der Kontinuität des Produktionsprozesses notwendig sind, z. B. Materialien für die laufende Instandhaltung, schnellverschleißende Arbeitsmittel und Büroma­terial. Der Materialbedarf zur Bildung ökonomisch begründe­ter Vorräte ergibt sich aus der Notwendigkeit, die Kontinuität des Produktionsprozesses zu si­chern. Der Materialbedarf wird im Rahmen der Leitung und Planung des volkswirtschaftlichen Reproduktions­prozesses mit Hilfe der Bedarfsforschung sowie der Materialbedarfsermittlung und Materialbilan­zierung erfasst.