Materialplan

Materialplan — technisch-ökonomisch begründetes Ergebnis der Ermittlung des Bedarfs an Grund- und Hilfsmaterial für Investitionen, Vorräte und Reserven und der Deckungsquellen des Ma­terialbedarfs im Rahmen der volkswirtschaftlichen und betrieblichen Gesamtplanung. Der Materialplan muss die materielle Sicherstellung der geplanten Produk­tions- und Leistungsaufgaben, ein rasches Ent­wicklungstempo der Volkswirtschaft, den wis­senschaftlich-technischen Fortschritt, die ökono­mische Materialverwendung, die Bildung der not- wendigen Materialvorräte und eine ökonomisch richtige Materialzirkulation gewährleisten. — Als Bestandteil des Betriebs- und Volkswirtschafts­planes steht der Materialplan in enger Wechselbeziehung zum Produktions-, Finanz- und Transportplan, Plan Wissenschaft und Technik u. a. Er ist neben dem Produktions- und Importplan eine wichtige Grundlage für die Aufstellung der Materialbilanzen und bestimmt wesentlich die Planung der Effek­tivität. — Die wichtigsten Ausgangselemente für den Materialplan sind das geplante Produktionsprogramm und die Kennziffern und Normen der Material­wirtschaft. Inhaltlich ist der Materialplan durch zwei un­mittelbar verbundene Bestandteile — den Ma­terialbedarf und die Materialbedarfsdeckung — charakterisiert und dementsprechend methodisch gegliedert. Im Materialplan werden der Materialbedarf in den Materialbedarf zur Sicherung des geplanten Materialverbrauchs und in den Materialbedarf zur Bildung ökonomisch begründeter Vorräte, die Materialbedarfsdeckung in das Aufkommen aus inneren und örtlichen Reserven, Vorräten und Reserven am Jahresanfang und den Anteil aus dem Staatsfonds unterteilt. — Der Materialplan für den Fünfjahr­plan ist Bestandteil der volkswirtschaftlichen und betrieblichen Fünfjahrplanung und gewährleistet die Erarbeitung koordinierter Jahrespläne der Materialwirtschaft. Der Materialplan im Rahmen der Fünf­jahrplanung ist entscheidende Voraussetzung und Hauptsteuerungsinstrument für eine wissenschaftlich fundierte Leitungstätigkeit auf dem Gebiet der Materialwirtschaft. — Mit Hilfe des Jahresmaterialplanes wird der Materialplan im Rahmen der Fünfjahrplanung nach den neuesten Bedingungen präzisiert und den konkreten Gegebenheiten angepasst. Der Materialplan ist ein Plan des Planteiles „Ökonomische Materialverwendung". Er geht von der geplanten Produktion des Planjahres aus und erfasst mit Hilfe der Normen und Kennziffern der Materialwirtschaft, insbes. der Normative des Materialverbrauchs, den hierfür notwendigen Materialbedarf. — Der operative Materialplan konkretisiert, präzisiert und ergänzt den Jahresmaterialplan, dient seiner allseitigen Realisierung. Der operative Materialplan schließt folgende, sich gegenseitig bedingende
Elemente ein: a) Operativer Materialbereitstellungsplan. Er ist notwendig für die vollständige Materialversorgung der operativen Produktionspläne. b) Operativer Vorratsplan. Er ist zu erarbeiten, falls die Materialvorräte in den Planquartalen oder -monaten wesentlich von den jahresdurchschnittlichen Vorratsnormen bzw. Jahresvorratsplänen abweichen. Dieses Element des operativen Materialplan orientiert auf die rationelle Vorratswirtschaft und ist eine wichtige Grundlage für die operative Umlaufmittel- und Kreditplanung.
c) Operativer Plan der zwischenbetrieblichen materialwirtschaftlichen Beziehungen. Er bildet eine wichtige Voraussetzung für den Abschluss und die planmäßige Realisierung der Verträge. Mit seiner Hilfe wird die Zusammenarbeit mit den Lieferanten geplant und organisiert. d) Operativer Plan der Materialzufuhr. Er ist eine bes. Form des operativen Materialbereitstellungsplans, in der auch die Bereitstellungsorte ausgewiesen werden.