Mehrkurssystem

Mehrkurssystem —spezielle Form der „multiplen" Valutakurse, wobei für eine nationale Geldeinheit mehrere Kurse im internationalen Zahlungsverkehr fest­gelegt werden. Dabei können mehrfach feste; mehrfach schwankende oder beide Grundtypen der Wechselkurse angewendet werden. Die Mehrkurssystem können nach a) regionalen (Länder, Zahlungs­räume), b) warenstrukturellen oder c) außenwirt­schaftlichen (Außenhandel, Dienstleistungen, Kapitalverkehr, Effektenhandel) Aspekten aus­gerichtet sein. Mehrkurssystem, die in engem Zusammenhang mit weiteren sog. flankierenden devisen- und kurs­politischen Maßnahmen angewendet werden, können in dem jeweiligen Bereich der Außenwirtschaftsbeziehungen ähnliche oder gleiche-Wirkungen hervorrufen wie offizielle De- und Revalvationen. In den Entwicklungsländern entstanden im Zuge chronischer Zahlungsbilanz- und Finanzkrisen solche Mehrkurssystem als gezielte wirtschafts­- und handelspolitische Maßnahme der Exportför­derung einheimischer Produkte und der' Import­drosselung bestimmter Waren aus einzelnen Ländern und Währungsgebieten. Den imperialisti­schen Staaten dienen Mehrkurssystem und die damit ver­bundene Kursmanipulation hauptsächlich dazu, die Expansion einzelner Bereiche der Außen­wirtschaftsbeziehungen abzusichern, den Außen­handel staatsmonopolistisch zu regulieren sowie akute Zahlungsbilanz- und Währungskrisen zu überwinden.