Mehrmaschinenbedienung

Mehrmaschinenbedienung — fortschrittliche Methode der Produktionsorganisation, bei der ein Arbeiter in einem bestimmten Zeitraum nachein­ander mehrere Maschinen bedient. Durch die Mehrmaschinenbedienung wird die Wartezeit des Arbeiters während des selbständigen Laufes einer oder mehrerer Maschi­nen (Grundzeit Maschine) genutzt, um eine andere Maschine zu bedienen, d. h. um an dieser Maschine die erforderlichen Hand- und Maschi­nen-Handzeiten auszuführen. Dabei muss die zur Bearbeitung der Arbeitsgegenstände erforderliche selbständige Maschinenlaufzeit, während der eine Tätigkeit des Arbeiters an der entsprechenden Maschine nicht erforderlich ist, bei den von einem Arbeiter nacheinander bedienten Maschinen gleich oder größer sein als die Summe aller Handzeiten an den anderen Maschinen, der Zeiten für Wege zw. den Maschinen und sonstige Arbeitsverrich­tungen. Die Mehrmaschinenbedienung ist sowohl für die Bearbeitung gleicher als auch unterschiedlicher Arbeitsgegenstände geeignet. In die Mehrmaschinenbedienung können sowohl gleiche als auch in Art, Typ und Leistung unterschiedliche Maschinen einbezogen werden. Die Mehrmaschinenbedienung erfordert eine gründliche ideologische, technologische und organisatorische Vorbereitung. Die zu bedienenden Maschinen sind so auf zustel­len, dass die Wegzeiten für den Arbeiter gering bleiben. Der Arbeiter ist von allen Nebenarbeiten der Wartung und des Transports zu befreien. Er muss genaue Anweisungen über die Bedienungsfolge und den Bedienungsgang erhalten. Die Ver­sorgung des Arbeitsplatzes mit Material und Werk­, zeugen muss gesichert sein. Durch den Übergang zu höheren Fertigungsarten und die zuneh­mende Einführung moderner Maschinen mit ge­ringen oder ohne Handzeiten erhöhen sich die Voraussetzungen für Mehrmaschinenbedienung Auch die steigende Qualifikation des Arbeiters verbessert die Bedin­gungen zur Einführung der Mehrmaschinenbedienung, wenn sie den Arbeiter in die Lage versetzt, unterschiedliche Maschinenarten zu bedienen. Die Mehrmaschinenbedienung führt zu einer Steigerung der Arbeitsproduktivität, die sich fast proportional mit der Anzahl der von einem Ar­beiter zu bedienenden Maschinen erhöht.