Monopol

Monopol — allg. Alleinherrschaft; eine auf dem warenproduzierenden Privateigentum be­ruhende, durch Ausschaltung der Konkurrenz entstandene ökonomische Machtposition zur Si­cherung einer Einkommensquelle auf Kosten der ausgeschlossenen Teile der Gesellschaft; i. e. S. die verwandelte Form des Kapitals im Im­perialismus; eine auf einem hohen Grad der Ver­gesellschaftung der Produktion durch Ausschal­tung der freien Konkurrenz (Konkurrenz, freie) entstandene ökonomische Machtposition des Finanzkapitals, die der Aneignung von Mono­polprofit dient. Das Privateigentum des Ka­pitalismus beruht auf einem doppelten Monopol: Mono­polisierung der Produktionsmittel durch die Klasse der Kapitalisten und Ausschluss der Produzenten von ihrer Nutzung; gegenseitiger Ausschluss der Kapitalisten von .der Nutzung der privaten Pro­duktionsmittel. Das Monopol des Privateigentums schließt den Krieg der Ausgeschlossenen gegen die Privateigentümer und den Krieg der Privateigen­tümer untereinander ein (Konkurrenz). Monopol und Konkurrenz sind daher einander bedingende, ge­gensätzliche Pole der Bewegung des Privateigen­tums. Ziel ist jeweils die Ausschaltung der Kon­kurrenten. Das Monopol ermöglicht ein Extraeinkom­men für den Monopolisten und fordert die Kon­kurrenz heraus. Die Geschichte des Privateigen­tums ist daher die Geschichte des wechselnden Verhältnisses von Konkurrenz und Monopol Im europäischen Mittelalter sind die Handelsmono­pole der Fugger, der Hanse u. a. durch staat­liche Privilege abgesicherte Monopol des Frühkapitalismus bekannt. Die Zünfte waren Monopol in den Städten, zu denen sich die Handwerker einer Branche zusammenschlossen, um die ruinierenden Aus­wirkungen der Konkurrenz auf die Zunftgenossen zu verhindern. Sie regelten die Anzahl der Meister, Gesellen und Lehrlinge, die Verkaufsbedingungen usw. und damit die Produktion entsprechend der Nachfrage. Das Kapital entwickelte sich daher zunächst außerhalb des Machtbereichs der Städte. In der Manufakturperiode des Kapitals gab es zahlreiche Monopol, die auf der Unentwickeltheit des Verkehrs u. a. Umständen beruhten. Der Ka­pitalismus der freien Konkurrenz, der mit der industriellen Revolution (Revolution, indu­strielle) einsetzt, bricht die Monopole des Mittelalters. Das Monopol in der freien Konkurrenz erwächst als zufälliges Monopol aus dem zufälligen Stand von An­gebot und Nachfrage und aus dem technischen Vorsprung vor den Konkurrenten. Beide werden durch die Konkurrenz ständig gebrochen und ständig neu gesetzt. Dauerhafte Monopol in dieser Phase sind entweder Ausnahme oder beruhen auf monopolisierbarer Naturkraft wie in der Landwirtschaft (Grundrente). Der ständige Ausgleich der Monopole durch die freie Konkurrenz sichert die Funktion des Gesetzes des Durchschnittsprofits und der Krisen (Wirtschaftskrise), die Proportionalität auf der Basis des Wertgesetzes immer wieder herzustellen. Im Widerspruch zw. Konkurrenz und Monopol dominiert die Konkurrenz: Kapitalismus der freien Konkurrenz.