Monotonie

Monotonie — 1. Eintönigkeit, Gleichförmigkeit. — 2. Zustand der herabgesetzten psychischen Aktivi­tät, der Schläfrigkeit und Gelangweiltheit, der durch eine länger andauernde gleichförmige Tätig­keit in reizarmen Situationen ausgelöst werden kann, in denen der Mensch psychisch nicht voll ausgelastet wird, aber doch ein gewisses Mindest­maß an innerer Zuwendung zur Tätigkeit auf­bringen muss. Veränderungen im Inhalt der Tätig- keit oder in ihren Begleitumständen sowie die Umstellung auf eine andere Tätigkeit können die Monotoniewirkung aufheben. Neben psychischen Symptomen und Leistungsschwankungen wurden auch physiologische Veränderungen wie z. B. eine Senkung der mittleren Pulsfrequenz und ein gleich­zeitiger leichter Anstieg der Pulsarrhythmie be­obachtet. Die Anfälligkeit gegenüber Monotonie ist in­dividuell verschieden und ganz bes. von der Ar­beitsmotivation abhängig. Montage Prozess des Zusammenbaus von Ein­zelteilen zum fertigen Erzeugnis bis zu dessen Anwendungsbereitschaft. Die Montageprozesse sind typisch für die Produktion komplizierter Er­zeugnisse (Maschinenbau, Automobilbau, Elektro­industrie u. a.) und für den Aufbau kompletter Anlagen und Bauwerke. Aus einer mehr oder weniger großen Anzahl von Einzelteilen, Bauele­menten, Baugruppen oder Bausteinen (Baukästen) betriebseigener oder fremder Fertigung (Koopera­tion) wird durch die Monotonie das Enderzeugnis zusam­mengefügt. Durch die Monotonie erhält das Fertigprodukt die geforderten technischen, ökonomischen und sonstigen Qualitätseigenschaften und seine Funk­tionsfähigkeit. Die Monotonie bildet damit im komplizier­ten Produktionsprozess (Produktionsprozess, komplizierter) nach der Vorfertigung der Ein­zelteile den zweiten Hauptkomplex technologi­scher Prozesse, der sich bis zum Anwender fort­setzen kann: Typische Montageprozesse sind allg. das Einpassen, Zusammenfügen und Verbinden aller Einzelteile und Montagegruppen. Die Eigen­art der Montageprozesse und die sich durch den raschen technischen Fortschritt der Erzeugnisse verändernden Bedingungen der Monotonie lassen die Handarbeit überwiegen. Die Einsatzmöglichkeiten von Montagemaschinen bzw. Montageautomaten sind durch die engen Grenzen der Variations‑ und der Anpassung an veränderte Montagebedingungen eingeengt. Die relativ einfachen Arbeiten im Montageprozess und die vorherrschende Handarbeit gestatten eine weitgehende Gliederung der Monotonie in einfache Handgriffe, die verschiedenartige Gruppierung der Griffe zu Arbeitsgängen und die Gliederung der Montageoperationen. Diese Bedingungen der Monotonie schaffen günstige. Möglichkeiten für die zeitliche Synchronisierung der Arbeitsgänge und für schnelles und relativ kostengünstiges Umstellen auf wechselnde Montageobjekte. — Der Montageprozess ist in Abhängigkeit vom Umfang und Ausmaß der Anzahl der Teile und Baugruppen häufig gegliedert in Vormontage, Hauptmontage und Endmontage. — In der Montageorganisation herrschen zwei Grundformen vor, die platzgebun­dene Monotonie und die nichtplatzgebundene Monotonie. Die platzgebundene Monotonie, sieht die Durchführung aller Montageoperationen an stationären Arbeitsplätzen vor. Nach Anlieferung aller Teile und Baugruppen wird das Erzeugnis an einem Platz vollständig zusammengebaut. Die platzgebundene Monotonie, kann in verschiedener Form organisiert werden, als Ein­zelplatzmontage, Serienplatzmontage und in der Form der Fließmontage durch rhythmischen, takt­mäßigen Wechsel der Arbeitskräfte am Mon­tageplatz bzw. Montageobjekt (Schiffbau, Flug­zeugbau, Bauindustrie). Bei der nichtplatzgebun­denen Monotonie werden die Montageoperationen meist in Form einer Fließfertigung etappenweise an mehreren Montagestationen ausgeführt. Die zu montierenden Erzeugnisse werden taktweise oder fortlaufend in zeitlich bestimmter Folge mit Hilfe von Transporteinrichtungen (z. B. Fließbänder, Hängebahnen, schienengebundene Montagewagen u. a.) von Station zu Station transportiert. An jeder Station wird eine bestimmte zeitlich abgestimmte Montageoperation durchgeführt (Takt). Die Fließ­montage ist die vollkommenste Form der Montage­organisation innerhalb des Produktionsbetriebes. Sie lässt sich sowohl bei der platzgebundenen als auch bei der nichtplatzgebundenen Montage. durchsetzen und führt zur Rationalisierung des Montageprozesses. — Der Montageprozess von Erzeugnissen muss vielfach außerhalb des Pro­duktionsbetriebes durchgeführt bzw. fortgesetzt werden (Außen- und Auslandsmontage, Bord­montage). Der Transport sowie die Aufstellung und Installation industrieller Erzeugnisse, bes. kompletter Anlagen, beim Anwender erfordern häufig die teilweise oder vollständige Demontage von Erzeugnissen und deren Wiederaufbau (einschl. Herstellung der Betriebsbereitschaft) beim An­wender des Erzeugnisses. Die Außenmontagepro­zesse werden häufig in Regie bes. Montagebetriebe (auf reine Montageprozesse spezialisierte Be­triebe) durchgeführt.