munus

munus [lat.] eine Arbeit, Leistung oder Ver­pflichtung gegenüber dem römischen Staat, einer Stadt oder Gemeinde. Munera wurden für eine befristete Zeit übernommen oder auferlegt, z. T. auch unbefristet. Munus konnte auch die Ver­pflichtung zu einer bestimmten Leistung sein; nicht nur die Arbeit, auch die Kosten des Unter­nehmens waren zu tragen. Aus der Zeit der frühen römischen Republik ist das munus des Mauerbaues bekannt, wozu die Bürger Roms verpflichtet waren. In der Kaiserzeit wurde das System der munera ausgebaut. In den Provinzen forderten die Provinzstatthalter von den Städten und Gemeinden Leistungen, die den Bürgern, Gemeindemitglie­dern auferlegt wurden. Hausbesitzer hatten Ein­quartierungen zu übernehmen, Grundbesitzer Zugtiere zu stellen, Transporte durchzuführen, für die Instandhaltung von Straßen zu sorgen. Den Bewohnern des römischen Reiches wurden durch die Bindung der munera an Vermögen und Berufe drückende Lasten auferlegt.