Nationalreichtum

Nationalreichtum — Gesamtheit der verfügbaren materiellen und geistigen Produktivkräfte und der Ergebnisse der materiellen und geistigen Produk­tion, soweit sie sich als nutzbare Bestände oder in Gestalt nutzbarer Fähigkeiten für die Produktion und Konsumtion erweisen, sowie der noch nicht erschlossenen natürlichen Ressourcen. Fonds des materiellen Nationalreichtum sind: erstens die Produktionsfonds, die unmittelbar als sachliche Bedingungen der materiellen Produktion fungieren und sich mit ihr erweitert reproduzieren (wozu i. w. S. auch die Zirkulationsfonds gehören); zweitens die materiel­len Fonds der geistigen Produktion, insbes. die Wissenschaftsfonds und die Bildungsfonds, die als Gesamtwert der sachlichen . Bedingungen dieser Bereiche der geistigen Produktion fungieren; drit­tens die übrigen materiellen Fonds der geistigen Produktion und Fonds zur Verrichtung gesell­schaftlich nützlicher Leistungen, deren Vorhandensein und Umfang das Gesamtniveau des staat­lich-politischen, sozialen und kulturell-ideolo­gischen Lebens der sozialistischen Gesellschaft bestimmen und insoweit funktionell der eigent­lichen gesellschaftlichen Konsumtion dienen; viertens die materiellen Fonds an Konsumgütern, die sich in Besitz und Nutzung der Werktätigen zur individuellen oder kollektiven Befriedigung von Bedürfnissen befinden, materielle Fonds an Konsumgütern in gesellschaftlicher Nutzung zur Befriedigung gesellschaftlicher Bedürfnisse sowie — als spezielle Bedingung — zur Verrichtung per­sönlicher Dienstleistungen; fünftens die Fonds der materiell-technischen Territorialstruktur, die als allg. Bedingung sowohl der Produktion als auch allen anderen Sphären des individuellen und ge­sellschaftlichen Lebens dienen und deren Art, Umfang und Qualität einen, wenn auch indirekten, so doch insges. bedeutenden Einfluss auf die Effektivität des Reproduktionsprozesses und auf die Entwicklung der verschiedenen Bereiche der Gesellschaft ausüben. Die Gesamtheit des ma­teriellen Nationalreichtums umfasst außer diesen Fonds des produzierten verfügbaren National­reichtums schließlich noch sechstens die Summe der erschlossenen sowie erschließbaren natür­lichen Ressourcen, Naturbedingungen und Na­turreichtümer, wie Bodenschätze, Wälder, Was­serkräfte, den bearbeiteten und zur Nutzung ge­eigneten Boden wie auch andere Faktoren. — Der geistige Nationalreichtum umfasst die Gesamtsumme des Wissens und Könnens der Gesellschaft sowie ihre geistig- kulturellen, moralisch-ethischen, künstlerischen, literarischen und politisch-ideologischen Werke, Einsichten und Fähigkeiten. In seinem absoluten Umfang sowie relativ bezogen auf die Gesamtbevölkerung bzw. auf die Zahl der Werktätigen dient die Größe des Nationalreichtum bei dyna­mischen und bei internationalen Vergleichen als eine wichtige Kennziffer zur Einschätzung des Niveaus und der vorhandenen Potenzen für die weitere ökonomische Entwicklung eines Landes. Es gibt jedoch keinen zusammenfassenden Wert­ausdruck für die Größe des N., u. a. deshalb, weil einige Teile des Nationalreichtum (z. B. die Wasserkräfte) als Gebrauchswert für das Land genutzt werden, ohne dass sie Wert besitzen, so dass sie nur in einem Naturalausdruck quantifiziert werden können.