Nebenprodukt

Nebenprodukt — materielles Produktions­ergebnis eines Nebenprozesses. Nebenprodukt haben viel­fach eine relativ selbständige Bedeutung im Be­trieb gewonnen und werden in Nebenabteilun­gen produziert. Vom betrieblichen Reproduktions­prozess aus gesehen, sind sie zwar Nebenprodukt, dienen aber häufig wie Hauptprodukte der immer besseren Befriedigung der ständig wachsenden Bedürfnisse der Bevölkerung. In der Grundstoffindustrie (Bergbau, Metallurgie, Chemie u. a.) ist die Er­zeugung von Nebenprodukt vielfach zwangsläufig mit der Hauptproduktion gekoppelt. In Betrieben der ver­arbeitenden Industrie (metallverarbeitende Indu­strie, holzverarbeitende Industrie, Papierindustrie, Textilindustrie u. a.) sind Nebenprodukt Erzeugnisse, die aus Abfällen und Rückständen der Hauptproduktion entstehen. Die Produktion von Nebenprodukt wird auch auf­genommen, um das vorhandene Produktions­potential rationeller zu nutzen. Kombinat 2. Landw — das in der Pflanzen- und Tierpro­duktion außer dem Hauptprodukt anfallende weitere Produkt (Koppelprodukte) oder die in einem Nebenproduktionsbereich produzierten Erzeugnisse. In der Pflanzenproduktion sind z. B. Stroh und Rübenblatt Nebenprodukt, die außer dem Getreide und den Rüben ebenfalls im landwirtschaftlichen Produktionsprozess eingesetzt werden oder der Industrie als Rohstoff (Stroh) dienen. In der Tier­produktion sind Nebenprodukt z. B. Kälber bei der Milch­produktion. In Nebenproduktionsbereichen kön­nen solche Erzeugnisse hergestellt werden wie z. B. Korb- und Böttcherwaren usw. Im Zusam­menhang mit der Arbeitsteilung in der sozialisti­schen Landwirtschaft entwickelten sich solche Bereiche teilweise zu selbständig produzierenden Einrichtungen. Nebenprodukt fallen auch in anderen Berei­chen der Volkswirtschaft bei der Verarbeitung landwirtschaftlicher Erzeugnisse an, z. B. Kleie, Molke, Häute, Felle, Federn, Knochen usw. Ei­nige dieser Nebenprodukt kommen in der Landwirtschaft als Futtermittel zum Einsatz.