Internationale ökonomische Beziehungen

Internationale ökonomische Beziehungen, — Ge­samtheit der materiellen Verbindungen zw. den Reproduktionsprozessen der Volkswirtschaften. Die Internationale ökonomische Beziehungen umfassen die internationalen Zirkula­tionsbeziehungen (Außenhandel und internationa­ler Geldverkehr), die internationalen Verbindun­gen in Wissenschaft, Technik und Produktion, die internationalen Fondsübertragungen und Kredit­beziehungen, die internationale Mobilität von Arbeitskräften sowie internationale Verkehrsver­bindungen und den Tourismus. Sie können zwei- oder mehrseitig organisiert sein und widerspiegeln den Grad, die Struktur und die Richtungen der internationalen Arbeitsteilung. Entwickelte Internationale ökonomische Beziehungen (Weltmarkt, Weltverkehr, internationaler Kapi­talverkehr, internationaler Transfer von Wissen­schaft und Technik) sind entscheidende Voraus­setzungen für die Herausbildung und Entwicklung der Weltwirtschaft. Mit dem Entstehen des sozialistischen Weltsystems und der Entwicklung zweier sozialökonomisch entgegengesetzter Weltwirtschaftssysteme bilden sich auch zwei prinzipiell wesensverschiedene Typen der Internationale ökonomische Beziehungen heraus. Die Internationale ökonomische Beziehungen im Sozialismus vollziehen sich auf der Grundlage des staatlichen sozialistischen Eigentums und des staatlichen Monopols auf dem Gebiet der Augenwirtschaft. Sie sind Gegenstand der Planung und dienen der immer besseren Be­friedigung der Bedürfnisse der Völker. Die Internationale ökonomische Beziehungen im Kapitalismus werden in erster Linie durch die Tätigkeit imperialistischer Konzerne, "darunter insbes. internationaler Monopole, sowie privatkapitalistischer Firmen bestimmt und durch staatsmonopolistische Regulierungsmaßnahmen der kapitalistischen Regierungen beeinflusst. Sie sind darauf gerichtet, die internationale Arbeitsteilung für die Steigerung der Profite der Bour­geoisie auszunutzen. Gekennzeichnet werden sie durch Konkurrenz, Anarchie und Spekulation (z. B. Krise des kapitalistischen internationalen Währungssystems, Zahlungsbilanzkrisen, Han­delskriege und Zolldiskriminierung, konjunkturelle Entwicklung der kapitalistischen Weltwirtschaft, Manipulierung der Weltmarktpreise). Die Internationale ökonomische Beziehungen zw. den sozialistischen Ländern werden auf der Grundlage der Prinzipien des so­zialistischen Internationalismus planmäßig gestal­tet. Ihr Subjekt sind die Staaten, die mit Hilfe der Planungszusammenarbeit, verbindlicher Han­delsabkommen, vielfältiger Abkommen und Ver­träge zur wissenschaftlich-technischen, Produk­tions- und Investitionszusammenarbeit sowie durch mehrseitige und bilaterale institutionelle Formen der Zusammenarbeit eine hohe Stabilität und Planmäßigkeit der Internationale ökonomische Beziehungen gewährleisten. Die Formen und Methoden der Internationale ökonomische Beziehungen werden im Zuge der sozialistischen ökonomischen Integration stän­dig vervollkommnet. Sie sind geprägt durch Gleichberechtigung der Partner, Wahrung des gegenseitigen Vorteils, gegenseitige Achtung der Souveränität sowie kameradschaftliche Zusam­menarbeit und gegenseitige Hilfe. — Auch in den Internationale ökonomische Beziehungen mit nichtsozialistischen Ländern lassen sich die sozialistischen Länder vom Grundsatz der Gleichberechtigung, des gegenseitigen Vorteils und der Nichteinmischung in die inneren Angelegenheiten leiten. Gegenüber den Entwick­lungsländern sind die sozialistischen Länder be­strebt, durch ihre Internationale ökonomische Beziehungen maximale Unterstützung im Kampf um die Befreiung von imperialistischer Ausbeutung und Unterdrückung und um die Ober­windung der ökonomischen Rückständigkeit zu gewähren. Im Gegensatz hierzu trachten die im­perialistischen Staaten und Konzerne danach, durch Internationale ökonomische Beziehungen die Arbeitskräfte und Rohstoffe der ökonomisch schwach entwickelten Ländern in gewaltigen Dimensionen für die Realisierung von Maximalprofit auszunutzen und diesen Zustand zu verewigen. Dagegen führen die Entwicklungslän­der mit der Forderung nach einer neuen inter­nationalen Wirtschaftsordnung einen immer kon­sequenteren politischen und ökonomischen Kampf. Sie werden dabei von den sozialistischen Ländern allseitig unterstützt.