Optimale Akkumulationsrate

optimale Akkumulationsrate — Höhe und Ent­wicklung der Rate der produktiven Akkumulation bei optimaler Gestaltung der Beziehungen von Produktion, Akkumulation und Konsumtion, die über das Verhältnis laufender zu langfristigen Interessen eine kontinuierliche Effektivitätssteige­rung sichern und bei der Gestaltung des entwickelten Sozialismus effektive Relationen zw. dem Wachstum des Nationaleinkommens und der Ver­besserung der Arbeits- und Lebensbedingungen zu jedem gegebenen Zeitpunkt voraussetzen (Akkumulationsrate, Gesetz der sozialistischen Akkumulation). Optimale Proportionen zw. Ak­kumulation und Konsumtion bedeuten, dass ständig die Übereinstimmung von persönlichen und gesellschaftlichen Interessen als Haupttriebkraft hergestellt wird. Die Untersuchungen zur optimale Akkumulationsrate im Sozialismus gehen davon aus, dass es die Planung der produktiven Akkumulationsrate ermöglicht, Widersprüche zw. Akkumulation und Konsumtion zu überwinden und einen ständigen Aufschwung sowohl der Produktion als auch der Konsumtion zu sichern. Hierbei ist zu beachten, dass die Rate der produktiven Akkumulation nur einen der Para­meter des Prozesses der sozialistischen erweiter­ten Reproduktion darstellt und sich unter der Ein­wirkung der Gesamtheit von Beziehungen dieses Prozesses herausbildet. Die optimale Akkumulationsrate hängt sowohl vom Volumen und Entwicklungstempo des Na­tionaleinkommens und dem Bevölkerungswachs­tum ab als auch von den Anforderungen einer kontinuierlich hohen volkswirtschaftlichen Effektivitätssteigerung an die Kombination der Wachstumsfaktoren. Maßstab der optimale Akkumulationsrate ist letztlich das einheitliche sozialistische Effektivitätskrite­rium unter Einschluss seiner ökonomischen und sozialen Aspekte (Effektivität). Daraus folgt, dass optimale Akkumulationsrate weder mit der Maximierung der Konsumtion noch der produktiven Akkumulation gleichgesetzt werden kann. Eine Maximierung z. B. der Konsumtion wäre nur in den Grenzen gerechtfertigt, die durch die objektiven Ak­kumulationsbedürfnisse der vorwiegend intensiv erweiterten Reproduktion bestimmt sind. Um­gekehrt würde das auch für die Maximierung der Akkumulation gelten. Werden die Anforderungen an das wechselseitig miteinander verbundene, gleichzeitige und abgestimmte Wachstum von Akkumulation und Konsumtion nicht berück­sichtigt, können starke zeitliche Wechsel zw. maximaler Entwicklung von Akkumulation und Konsumtion entstehen, die mit Effektivitätsver­lusten verbunden sind. Die Bestimmung der optimale Akkumulationsrate ist abgeleitet von der Planung des jeweiligen Wachstumstempos des Nationaleinkommens und seiner Hauptwege, die durch die verfügbaren Ressourcen und die Erhöhung ihrer Wirksamkeit begründet sind. Da jede Verwendung des Na­tionaleinkommens für Akkumulation in einer ge­gebenen Periode im gewissen Maße die Möglich­keiten zur Maximierung der Konsumtion begrenzt, zugleich aber die aufeinander abgestimmte Ent­wicklung von Akkumulation und Konsumtion Voraussetzung einer hohen Effektivitätssteigerung ist, geht es um eine solche Planung des Wachstumstempos, das die Ressourcen weder wesentlich über- noch unterbeansprucht. Mit der Gestaltung des entwickelten Sozialismus wachsen die materiellen Voraussetzungen zur Optimierung der produktiven Akkumulationsrate, indem, es durch Fortschritte bei der allseitigen Intensivie­rung möglich und notwendig wird, die Arbeits- und Lebensbedingungen im Gefolge systematischen wissenschaftlich-technischen Fortschritts ständig zu verbessern. Mit zunehmender Intensivierung des Reproduktionsprozesses müssen Möglichkei­ten heranreifen, ein kontinuierliches und stabiles Nationaleinkommenswachstum mit einer langfri­stig steigenden Akkumulationseffektivität zu si­chern. Die Schaffung der materiell-technischen Voraussetzungen für einen hohen Beitrag der Ökonomie vergegenständlichter Arbeit zur Effektivitätssteigerung kann jedoch zeitweilig eine höhere Akkumulationsrate verlangen. (Akkumulationskraft, Akkumulation, sozialisti­sche) Bürgerliche Theorien der optimale Akkumulationsrate (u. a. Goldene Regel der Kapitalakkumulation, Goldene Nutzensregel) sind auf die Ausarbeitung optimaler Be­dingungen für die Kapitalverwertung ausgerichtet. Gesetz der kapitalistischen Akkumulation, all­gemeines.