Pflanzenzüchtung

Pflanzenzüchtung — Schaffung neuer, erbmäßig einheitlicher Sorten von Kulturpflanzen und Er­haltung der Eigenschaften vorhandener Sorten. Die Aufgaben der Pflanzenzüchtung werden durch die Zuchtziele bestimmt. Diese sind vor allem: Steigerung der Erträge (positive Reaktion auf Intensivierungs­maßnahmen wie Düngung, Bewässerung u. a.), Verbesserung der Qualität, Erhöhung der Ertrags­sicherheit durch Herausbildung solcher Eigen­schaften wie Resistenz (Widerstandsfähigkeit) gegen Krankheiten, Kälte und Dürre, Erreichung einer guten Standfestigkeit u. a., Eignung für in­dustriemäßige Produktionsverfahren. Die Pflanzenzüchtung be­dient sich dabei u. a. folgender Methoden: a) Auslese von Pflanzen aus Typenmischungen, die dem Zuchtziel entsprechen; b) Kreuzung von Pflanzen, um die gewünschten Eigenschaften in einer Pflanze zu vereinigen; c) künstliche Auslösung erbmäßiger Veränderungen (Mutationen) mit anschließender Auslese der angestrebten Pflanzentypen; d) Kreuzung von Stämmen, Linien oder Sorten mit dem Ziel hoher Leistungen der Tochtergeneration (Hybridzüchtung). Neben der Schaffung neuer Sorten (Neuzüchtung) obliegt der Pflanzenzüchtung auch die Erhaltung der Eigenschaften bereits vorhandener Sorten (Erhaltungszüchtung). Hinzu kommt die Entwicklung von Kulturpflanzen aus Nutz- oder Wildpflanzen. Der Anteil der Pflanzenzüchtung an der Ertragssteigerung der letzten Jahrzehnte wird auf etwa 25 % geschätzt.