Pfund

Pfund — Währungseinheit Großbritanniens und einiger anderer Länder des kapitalistischen Wirt­schaftsgebietes, die traditionell (Zugehörigkeit zum Commonwealth) oder ökonomisch mit der britischen Währung über den Sterling-Raum (Währungszone) verbunden sind, unterteilt in 100 Pence. Die Entwicklung des Pfund ist eng mit der Geschichte der Goldwährung und der Bank von England (Zentralnotenbank) verbunden. Die Peelsche Bankakte von 1844 legte fest, dass die Noten der Bank Englands jederzeit volle Metall­deckung (Gold oder Silber) besitzen und frei in Gold umtauschbar sein mussten. Während des ersten Weltkrieges kam es zu einem Wertverlust des Pfund von 30% in den äußeren und 60% in den inländischen. Beziehungen. 1925 wurde die alte Parität zum Dollar wiederhergestellt und der Gold­barrenstandard eingeführt. In der Weltwirtschafts­krise wurde die Goldeinlösung des Pfund eingestellt. Unter starken Schwankungen sank der Währungs­kurs um etwa 25 %. Ab 1932 wurde das Pfund einer strengen Devisenbewirtschaftung unterworfen, zu Beginn des zweiten Weltkrieges der Währungskurs auf 4,03 Dollar herabgesetzt. 1949 wurde das Pfund auf 2,80 Dollar abgewertet. 1955 wurde mit der Schaffung eines „transferablen" Pfund Sterling die Konvertibilität im Sterlingraum hergestellt und das Pfund 1958 zusammen mit den anderen west­europäischen Währungen teilkonvertibel. Die chronische Krise des britischen Pfund trat in den mannigfachen Zahlungsbilanzkrisen am deutlich­sten auf. Dazu gehörten neben dem traditionellen Defizit der Handelsbilanz der ständige Passivsaldo der Zahlungsbilanz sowie die rasch wechselnden und oft einander widersprechenden Methoden des Zahlungsbilanzausgleichs mit sinkenden Wäh­rungsreserven und stärkeren Kursschwankungen. Die Monopolbourgeoisie wälzte mit dem Versuch, die Scheinstabilität des Pfund zu erhalten, die Wäh­rungskrise auf den Binnenmarkt ab. Durch finanz-, kredit- und geldpolitische Maßnahmen wurden der Import stark beschnitten und gleichzeitig zur Er­höhung der Exportkraft Krisen hervorgerufen, die zu einer Stagnation der Produktion und Zunahme der Arbeitslosigkeit führten. Die Belastungen durch die schwindenden Profitrückflüsse aus Übersee konnten nicht durch Überschüsse in der Handelsbilanz ausgeglichen werden. Die veraltete Struktur der britischen Wirtschaft, verbunden mit Inflationserscheinungen, bedingte eine mangelnde Konkurrenzfähigkeit auf internationalen Waren­märkten. Die Labilität des Pfund wurde durch die Rolle Londons als Finanzzentrum und durch die Sterlingzone noch verstärkt, da die hohen kurz­fristigen Einlagen des Auslands nicht voll  durch Goldreserven gedeckt waren und gleichzeitig in­folge von hot-money-Bewegungen (Heißes Geld) ständig schwankten. Die Wirtschaftspolitik auf denn Binnenmarkt verschärfte diese Wider­sprüche. Damit wurde die Exportkraft ebenso geschädigt wie in den Perioden des „billigen Geldes", als durch Inflationsstöße die Export­preise stiegen.