Prämienformen

Prämienformen — Konkrete Art und Weise der Prämierung der Werktätigen mit dem Ziel, sie materiell wirksam an einem hohen Produktivitäts­- und Effektivitätszuwachs der Betriebe zu inter­essieren. Die Prämienformen sind ein wichtiges Element der leistungsstimulierenden Verwendung der Betriebsprämien. Durch die Prämienformen werden a) hohe individuelle und kollektive Leistungen im Wettbewerb und bei der Intensivierung wirksam stimuliert, b) die Beiträge der Werktäti­gen bei der Erfüllung und gezielten Überbietung der staatlichen Planaufgaben materiell anerkannt und c) die Anstrengungen gefördert, den wissen­schaftlich-technischen Fortschritt mit hohem Nutzen in den Betrieben durchzusetzen. Grundformen der Prämierung sind Jahresendprä­mie, Zielprämie und operative Prämie. Während die Jahresendprämie eine ausschließlich in­dividuelle Prämienformen ist, können Ziel- und Operativprä­mien auch für bes. Leistungen an Kollektive ge­zahlt werden. Grundlage für die Anwendung der Prämienformen sind die Prämienbedingungen. Sie werden zw. den Betriebsleitern und den Betriebsgewerk­schaftsleitungen in den Betriebsprämienord­nungen der Betriebskollektivverträge verein­bart. Mit den Werktätigen wird auf dieser Grund­lage festgelegt, unter welchen konkreten Leistungsvoraussetzungen (z. B. Wettbewerbsziele, termin- und qualitätsgerechte Erfüllung von Schwerpunktaufgaben des Planes) sie Prämien erhalten. Die wichtigste Prämienform ist die Jahresendprämie. Sie ist in ihrer Höhe von der Erfüllung der Ziele des Jahresplanes abhängig. Für sie werden in den meisten Betrieben über 70% der im Be­triebsprämien verfügbaren Mittel verwendet. Zielprämien lenken das materielle Interesse der Werktätigen auf die rationelle und effektive Lö­sung solcher inhaltlich und zeitlich bestimmten Auf­gaben, die für die Erfüllung der Planaufgaben der Betriebe sowie für deren perspektivische Entwick­lung bes. Bedeutung haben. Eine spezifische Form von Zielprämien in den produktionsvorbereitenden Bereichen (Forschung und Entwicklung, Projek­tierung, Konstruktion, Technologie) ist die auf­tragsgebundene Prämie. Mit dieser Prämienformen wird insbes. die Lösung von Aufgaben aus dem Plan Wissen­schaft und Technik stimuliert. Handelt es sich dabei um relativ langfristige Zielaufgaben, werden oft Teilprämien für die erfolgreiche Verteidigung von Zwischenergebnissen vereinbart. Eine weitere spezifische Form der Zielprämie ist die Sieger­prämie im sozialistischen Wettbewerb. Auf der Grundlage der Verpflichtungen der Werktätigen in den Wettbewerbsprogrammen werden die Bedin­gungen für die Prämierung vereinbart. Diese Prämienformen orientiert vor allem auf die bestmögliche Nutzung der Arbeitszeit, der Maschinen und Anlagen und des Materials sowie auf eine hohe Qualität der Erzeugnisse bei der Erfüllung und gezielten Über­bietung der Planaufgaben. Siegerprämien erhalten die besten Werktätigen und Kollektive im soziali­stischen Wettbewerb. Operative Prämien dienen der Anerkennung bes. Leistungen bei der kon­tinuierlichen Planerfüllung. Dabei handelt es sich um solche bes. Leistungen von Werktätigen, die zeitlich vorher nicht exakt geplant werden können. Diese Prämienformen kommt insbes. dort zur Anwendung, wo die Werktätigen Einsatzbereitschaft und hohes Verantwortungsgefühl für die Abwendung von Verlusten und für die Gewährleistung einer kon­tinuierlichen Produktion beweisen müssen. Sie fördert die Herausbildung sozialistischer Verhal­tensweisen der Werktätigen gegenüber dem Be­trieb und stimuliert die Übernahme zusätzlicher Aufgaben, die sich im Rahmen der eigenen Ar­beitsaufgaben und darüber hinaus ergeben. Operative Prämien werden meist unmittelbar nach der erbrachten Leistung ausgezahlt. Das macht den Zusammenhang zw. der erbrachten Leistung und ihrer materiellen Würdigung als wesentlichen Faktor künftigen Leistungsverhaltens am unmittel­barsten spürbar. Für alle Prämienformen gilt es, durch hohe Anforderungen in den Prämienbedingungen den Werktätigen den Zusammenhang zw. beispielhaf­ten Leistungen und ihrer materiellen Anerkennung durch die Prämierung bewusst zu machen. Die stimulierende Wirkung der Prämierung wird er­höht, wenn sie öffentlich und in einer würdigen Form vorgenommen wird und dadurch zugleich eine moralisch-ideelle Würdigung beispielhafter Leistungen erfolgt.