Rürup Rente

Wer nicht in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlt - für denjenigen wurde eigentlich die Rürup Rente installiert. Aber Angestellte und Beamte sind deshalb nicht ausgeschlossen. Für Angestellte und Beamte bedeutet die Rürup Rente eine zusätzliche Vorsorge, wogegen für die anderen Nutzer die Rürup Rente gleichzeitig die Grundrente darstellt. Andere Bezeichnungen für die Rürup Rente sind deshalb heute oft Basisrente oder Leibrente. Nur von Lebensversicherern durften Rürup Produkte bis 2006 angeboten werden. Angeboten werden Rürup Produkte auch von Investmentgesellschaften und Banken seit 2007. In den Jahren 2005 und 2006 wurden ungefähr zirka 300000 Verträge verkauft. Ob sich eine Rürup Rente für den Versicherten überhaupt lohnt, das konnten damals nur hochspezialisierte Fachleute berechnen. Der Grund hierfür lag in einer „Panne“ bei der Gesetzgebung, weil nur wenig von den Rürup-Beiträgen von der Steuer absetzen konnte, wer als Selbstständiger auch noch Geld für weitere, bestimmte Versicherungen ausgab. Seit dem Jahressteuergesetz 2007 ist das neu geregelt. Seit 2006 wirkt sich alles, was in eine Rürup Versicherung eingezahlt wurde, steuersparend aus. Ehepaare können bis zu 40000 Euro und Singles bis zu 20000 Euro jährlich maximal einzahlen. Im Jahre 2006 waren von diesen Beträgen 62 Prozent steuerfrei, und das steigt jährlich um 2 Prozentpunkte. Ein Verheirateter konnte also im Jahre 2006 jährlich 24800 Euro unversteuert für sein Alter anlegen, und ein Alleinstehender 12400 Euro. Vom persönlichen Steuersatz und von der Laufzeit des Vertrages hängt die Rendite einer Rürup Rente ab. Die Besteuerung spielt eine Rolle sowohl während der Einzahlungsphase, als auch später, wenn die Rente ausgezahlt wird. Dann ist die Frage, wie hoch wird das besteuert? Für sehr junge Personen oder für Ältere mit einem hohen Steuersatz, die bald in Rente gehen, erscheint die Rürup Rente derzeit geeignet. Eine Rendite von 7,6 Prozent bekommt derjenige, der derzeit den höchsten Steuersatz bezahlt und in 5 Jahren in Rente gehen möchte. Auf 6,8 Prozent Rendite kommt derjenige, der einen Steuersatz von lediglich 25 Prozent hat. Diese Rendite kommt dadurch zustande, weil der Steuersatz auf die Beiträge seit dem Jahre 2006 deutlich verringert wurde. Nur 62 Prozent von seiner Rürup Rente muss derjenige versteuern, der 2011 in Rente geht. So wirkt sich also positiv aus, dass die Einzahlungen steuerbefreit sind, und auch die später zu versteuernde Rente bleibt im Rahmen. Von einer Doppelbesteuerungsfalle sprechen wir, wenn einige bei der Einzahlung noch nicht voll steuerbefreit sind, und später dann bei der Rentenauszahlung die volle Steuer bezahlen müssen. Erst wer zu den Jahrgängen ab 1987 gehört, der kann der Doppelbesteuerungsfalle entgehen. Nur wenig flexibel ist die Rürup Rente aufgrund der Gesetzeslage. Bei der Rürup Rente bekommt man lediglich eine lebenslange Rente, frühestens wenn man 60 Jahre alt ist, und man kann bei Rentenbeginn kein Geld entnehmen, wie dies bei der Riester-Rente der Fall ist. Eine Rürup Rente lohnt sich also nur, wenn man ein hohes Lebensalter erreicht. Man kann die Rürup Rente nicht einmal vererben. Man kann zwar bei der Rürup Rente einen Hinterbliebenenschutz einrichten, dann bekommt man jedoch eine niedrigere Altersrente. Und wenn man bei der Rürup Rente einen Berufsunfähigkeitsschutz einrichtet, dann darf der höchstens 49 Prozent der Beiträge betragen. Sollte man mit den Konditionen seines Rürup Anbieters sehr unzufrieden sein, dann wäre es gut, wenn man vertragsgemäß den Anbieter wechseln kann. Sollte dies nicht möglich sein, dann wäre es gut, wenn man sich zumindest beitragsfrei machen kann. Wer Arbeitslosengeld II bezieht oder beziehen möchte, der muss seinen Rürup-Vertrag nicht dafür einsetzen. Die eingezahlten Beiträge werden normalerweise zur späteren Auszahlung garantiert, auch wenn der Kunde das Risiko des Kapitalmarktes trägt, wenn das Produkt fondsgebunden ist.