soziale Erfahrung

Soziale Erfahrung, — Resultat eines empirischen Erkenntnisvorganges in der Gesellschaft, gefasst als die Gesamtheit der empirischen Kenntnisse, die aus der sozialen Aktivität als Erscheinungsform gesellschaftlicher Beziehungen, aus dem Kontakt mit ihrem Gegenstand und ihren gesellschaftlichen Bedingungen erwachsen. Vermittelt durch die Verarbeitung und Verallgemeinerung auf der Grundlage der vorhandenen Kenntnisse, Einstel­lungen usw. bildet die soziale Erfahrung eine wichtige Vor­aussetzung für die Verbindung von Allgemeinem und Konkretem und damit für die Bereicherung des gesellschaftlichen Wissens sowie für die Ent­wicklung von Schöpfertum. Durch soziale Erfahrung wird, wie Marx hervorhob, die Erscheinungsform gesell­schaftlicher Zusammenhänge geistig reproduziert. Ob und wie ihre Verallgemeinerung turn Wesen der sozialen Prozesse vorzudringen vermag, hängt a) davon ab, wie das sozialökono­mische Wesen der Gesellschaft ist und in der sozialen Wirklichkeit in Erscheinung tritt, und b) davon, welches Niveau Aktivität und Einstellun­gen erreicht haben. Je deutlicher bei der Gestal­tung der entwickelten sozialistischen Gesellschaft ihr humanistisches Wesen rotmittelbar spürbar wird und je umfassender andererseits die Kennt­nisse und sozialistischen Einstellungen sich aus­prägen, desto stärker wächst die Bedeutung der soziale Erfahrung für die Persönlichkeits- und Bewußtseinsentwicklung. Die Arbeitserfahrung ist die wichtigste Form der soziale Erfahrung Sie umfasst die im Arbeitsprozess gesammelten empirischen Kenntnisse über die sozialen Beziehungen im Arbeitsprozess, die Ar­beitsorganisation, die Planung und Leitung, die Technologie, die Arbeitsmittel und -gegenstände. Sie erfasst das gesellschaftliche Wesen der Arbeit, wie es im Inhalt der Arbeit (Arbeit, Inhalt der) in Erscheinung tritt. Die Arbeitserfahrungen haben für die Entwicklung der Arbeitsleistung, der Einstellung zur Arbeit und für die effektive Nut­zung und Weiterentwicklung von Technik, Tech­nologie und Arbeitsorganisation zunehmende Be­deutung.