städtische Nahverkehrsmittel

Städtische Nahverkehrsmittel, — Sammelbez. für Beförderungsmittel, die im innerstädtischen Ver­kehr, in der Nahverkehrszone von Städten sowie in industriellen Ballungsgebieten zur Durch­führung des großstädtischen Massenverkehrs ver­wendet werden. — Die wichtigsten städtische Nahverkehrsmittel sind Straßenbahnen, Kraftomnibusse (KOM), Stadt­schnellbahnen (Stadt- und Vorortbahnen, teilweise als Hochbahnen, Metros und Hängebahnen, selte­ner als Sattelbahnen), Oberleitungsomnibusse (Obus), Taxis und Flugschiffe (Fähren). Städtische Nahverkehrsmittel haben die Aufgabe, den öffentlichen Personennah­verkehr durch technisch, technologisch und öko­nomisch zweckentsprechend gestaltete Fahrzeuge, Anlagen und Einrichtungen in erforderlichem Umfang und hoher Qualität durchzuführen, dabei vor allem Schnelligkeit, Sicherheit und ausrei­chende Bequemlichkeit bei anzustrebender Wirt­schaftlichkeit des Verkehrsmitteleinsatzes zu ge­währleisten. Dazu werden die entsprechend dem Beförderungsbedarf, dem einmaligen und laufen­den Aufwand zweckmäßigen Betriebsmittel in einem Verkehrssystem eingesetzt, bei dem die leistungsfähigen Massenverkehrsmittel (Stadt­schnellbahnen, Straßenbahnen) das Grundnetz bilden, während die weniger leistungsfähigen Verkehrsmittel (KOM, Obus) dieses Netz durch Tangential- und Zubringerlinien ergänzen. — Infolge höherer Leistungsfähigkeit und effektiverer technologischer Verfahren haben sich vor allem Straßenbahnen und Kraftomnibusse auch unter den Bedingungen des Großstadtverkehrs dem In­dividualverkehr hinsichtlich Geschwindigkeit ebenbürtig, in Ausnutzung der Verkehrsfläche und Durchlaßfähigkeit der Knoten als überlegen er­wiesen. — Moderne Großraumfahrzeuge (Drei­Wagen-Züge, Gelenkzüge, Gelenkomnibusse) haben gegenüber herkömmlichen städtische Nahverkehrsmittel ein größe­res Fassungsvermögen, bessere fahrdynamische Eigenschaften und eine größere Wirtschaftlichkeit, wenngleich sich der einmalige Aufwand häufig erhöht. Mit zunehmender Verlegung der Streckenführung in die zweite Ebene (Unterpflasterstraßenbahn) und Trennung vom übrigen Straßenverkehr kann auch bei herkömmlichen städtische Nahverkehrsmittel eine größere Lei­stungsfähigkeit (gemessen in Personen pro Rich­tung und sog. Spitzenstunde) sowie eine Entlastung des Straßenverkehrs erreicht werden. Die hohen Investitionskosten derartiger Lösungen beschränken diese auf sehr stark belegte Ver­kehrszüge, ein späterer Ausbau als U-Bahn ist z. T. möglich. Die für die Erhöhung der Attrak­tivität des öffentlichen Personen-Nahverkehrs wesentliche Steigerung der Leistungsfähigkeit der städtische Nahverkehrsmittel kann in vielen Fällen bereits durch einen eigenen, von der übrigen Fahrbahn abgetrennten Gleiskörper und günstige Haltestellenanordnung erreicht werden.