Statistische Reihe

Statistische Reihe, — Aneinanderreihung von Daten über Merkmalsgrößen und Einheiten nach be­stimmten Ordnungsprinzipien. Die Ordnung der Reihenglieder kann festgelegt werden durch al­phabetische Folge, durch Nomenklaturen, wenn sie sich nicht aus den Daten selbst ergibt. Bei festgelegter Ordnung der Reihenglieder ist es möglich, sie untereinander zu vergleichen. .Die Ordnung der Daten kann sich aus inhaltlichen Abstufungen ergeben, z. B. bei der Qualifikation der Arbeitskräfte. Neben dem Vergleich der ein­zelnen Reihenglieder lassen sich bedingt aus der Rangfolge der Merkmalsvariationen Schlüsse zie­hen. Die Ordnung der Reihenglieder kann sich zwingend aus der Zahlenfolge oder aus dem zeit­lichen Ablauf ergeben, z. B. bei Größengruppen der Betriebe, bei der monatlichen Planerfüllung. Aus der zwingenden Reihenfolge der Daten lassen sich weitere Aussagen gewinnen. Je nach dem verwendeten Ordnungsmerkmal unterscheidet man sachliche, örtliche und zeitliche Reihen. Bei sachlichen statistische Reihe variieren die Reihenglieder nach einem sachlichen Merkmal, während das örtliche und zeitliche Abgrenzungsmerkmal übereinstim­men. Wenn die statistische Reihe auf begrifflichen Variationen aufgebaut ist, wird die Reihenfolge in der Regel festgelegt, in einigen Fällen ergibt sie sich aus inhaltlichen Abstufungen. Bei zahlenmäßigen Variationen ist sie zwingend gegeben. Bei örtlichen statistische Reihe variieren die Reihenglieder nach einem örtlichen Merkmal, während die sachliche und zeit­liche Abgrenzung übereinstimmt. Die Ordnung der Reihenglieder muss festgelegt werden, z. B. die Ordnung der Bezirke nach Nummern. Bei zeit­lichen Reihen stimmen das sachliche und das ört­liche Merkmal überein. Die Ordnung der Rei­henglieder ergibt sich zwingend aus dem zeitlichen Ablauf. Man spricht hier von dynamischen bzw. Zeitreihen, während alle anderen Reihen als statistische Reihe i. e. S. bezeichnet werden. Statistische Reihe, die Gruppierun­gen widerspiegeln, nennt man Variationsreihen, wenn sich aus den Variationen des Gruppierungs­merkmals eine zwingende Ordnung der Reihenglie­der ergibt. Die Variationsreihe zeigt die Abhängigkeit der Gruppenhäufigkeit von der Merkmals­größe, also die Häufigkeitsverteilung, z. B. die Gliederung der Einzelhandelsverkaufsstellen nach Umsatzgrößenklassen (Gruppenbildung). Eine andere Form der Variationsreihe zeigt die Bezie­hung zw. den Merkmalsgrößen zweier statistischen Reihen z. B. zw. Selbstkosten je Erzeugniseinheit und dem Produktionsvolumen. Die Wertepaare beider statistische Reihe werden nach der Größe der Ursachenerscheinung geordnet, im Beispiel nach der Höhe des Pro­duktionsvolumens (Regressionsanalyse). Für die Variationsreihe gelten die Grundsätze der Gruppenbildung. Der Vergleich von Reihenglie­dern untereinander oder mehrerer statistische Reihe miteinan­der setzt die Vergleichbarkeit des Zahlenmaterials voraus. Diese ist bei sachlichen Reihen mit ab­soluten Angaben nicht immer ohne weiteres ge­geben, z. B. wenn das Niveau des Einzel­handelsumsatzes je Verkaufskraft verglichen wird, in den Branchen Möbel/Polsterwaren und Wohn­raumtextilien bei verschiedenen Verkaufsraum­größengruppen. Die Vergleichbarkeit solcher statistischen Reihe kann durch Normierung hergestellt werden. Damit wird in beiden Reihen sowohl das unterschiedliche Niveau als auch die Streuung ausgeschaltet.