kurzfristige statistische Vorausberechnung

Kurzfristige statistische Vorausberechnung,— Methode zur Ermittlung der voraussichtlichen Größe gesellschaftlicher Erscheinungen für einen kurzen Vorschauzeitraum. Die Einschätzung des weiteren Verlaufs der verschiedenen gesellschaft­lichen, insbes. ökonomischen Erscheinungen, ist für eine wissenschaftlich fundierte Führungstätig­keit von großer Bedeutung. Ohne ausreichende Kenntnis der zu erwartenden Größe wichtiger ökonomischer Einflussfaktoren ist die Festlegung von Leitungsentscheidungen praktisch nicht möglich. Ziel der kurzfristigen statistischen Vorausberechnung ist nicht der Ersatz des Planungsprozesses, sondern die Bereitstellung wichtiger Einschätzungen des weiteren Verlaufs der Erscheinungen für operative Aufgaben und Entscheidungen im Laufe des Jahres. Zur Einschätzung des weiteren Verlaufs gibt es ver­schiedene Methoden, die von verschiedenen Be­trachtungsformen ausgehen und Erkenntnisse über den voraussichtlichen weiteren Verlauf in­tern. So ist es z. B. notwendig, durch ökonomische Analysen und Einschätzungen der wichtigsten Einfluss großen, z. B. in der Industrie, Analysen der Möglichkeiten zur Lieferung bestimmter Erzeug­nisse, des voraussichtlichen Bedarfs usw., der­artige Aussagen zu gewinnen. In der kurzfristigen statistischen Vorausberechnung werden nur die Größen yt der vor­auszuberechnenden Erscheinung y in den letzten Jahren benötigt. Darin liegt ein wesentlicher Vor­teil der kurzfristigen statistischen Vorausberechnung, da keine zusätzlichen Informatio­nen von anderen Institutionen, Betrieben benötigt werden. Der Zeitraum der Vorausberechnung sollte wegen der Beschränkung auf statistische Informationen der zu schätzenden Erscheinung nicht über zwei Jahre betragen. Der Ausgangspunkt der kurzfristigen statistischen Vorausberechnung ist eine Modellierung des bisherigen Verlaufs der Erscheinung y durch die Nutzung von Trendfunktionen und Größen der periodischen Schwankungen. Auf Grund der zahlenmäßigen Größe der Parameter der Trend­funktion und der periodischen Schwankungen wird für die gesellschaftliche Erscheinung y eine Ex­trapolation für die vorauszuschätzenden Zeit­räume vorgenommen. Da die Extrapolation bei der kurzfristigen statistischen Vorausberechnung nur von den vorliegenden statistischen Angaben ausgeht, muss stets überprüft werden, ob die entscheidenden Faktoren, die die bisherige Entwicklung bestimmten, weiterhin bestehen. Nur unter diesen Voraussetzungen liefert die kurzfristige statistische Vorausberechnung brauchbare Resultate. Sie muss aber in jedem Fall durch eine ökonomische Analyse ergänzt und überprüft werden.