Abendschule: Bildung und Schulabschlüsse neben dem Beruf
Eine Abendschule ermöglicht schulische oder berufliche Weiterbildung zu Zeiten, die sich insbesondere mit einer Berufstätigkeit vereinbaren lassen. Der Begriff ist keine einheitliche Bezeichnung für nur eine einzige Schulform. Je nach Zeit, Region und Bildungssystem können damit unterschiedliche Einrichtungen gemeint sein, die Unterricht am späten Nachmittag oder Abend anbieten.
Warum gibt es Abendschulen?
Reguläre Schulen orientieren sich überwiegend an einem Tagesunterricht für Kinder und Jugendliche. Erwachsene, die bereits arbeiten oder familiäre Verpflichtungen haben, benötigen andere Zeitmodelle. Abendschulen schaffen hierfür einen organisatorischen Rahmen. Sie können Menschen ermöglichen, einen Schulabschluss nachzuholen, vorhandene Kenntnisse zu vertiefen oder sich auf weitere Bildungswege vorzubereiten.
Der wesentliche Vorteil liegt in der zeitlichen Vereinbarkeit. Gleichzeitig bedeutet Unterricht neben einer Beschäftigung eine erhebliche zusätzliche Belastung. Erfolgreiches Lernen setzt daher häufig eine gute Organisation und kontinuierliche Mitarbeit voraus.
Unterschiedliche Formen der Abendschule
Unter dem Oberbegriff können verschiedene Bildungsgänge auftreten. Historisch gab es beispielsweise Abendoberschulen; daneben sind Abendgymnasien und andere Einrichtungen des zweiten Bildungswegs bekannt. Auch berufliche Fortbildungen werden umgangssprachlich teilweise als Abendschule bezeichnet, obwohl sie organisatorisch anderen Bildungseinrichtungen zugeordnet sein können.
Deshalb sollte bei historischen Dokumenten oder bei der Suche nach einem konkreten Abschluss immer geprüft werden, welche Institution tatsächlich gemeint ist. Aus der bloßen Bezeichnung „Abendschule“ lässt sich nicht sicher ableiten, welcher Abschluss erworben wurde.
Der zweite Bildungsweg
Abendschulen werden häufig mit dem sogenannten zweiten Bildungsweg verbunden. Gemeint sind Möglichkeiten, allgemeinbildende Abschlüsse nach der ursprünglichen Schulzeit zu erwerben. Für Erwachsene kann dies neue berufliche oder akademische Perspektiven eröffnen. Welche Zugangsvoraussetzungen gelten, hängt vom jeweiligen Bildungsgang und der zuständigen Rechtsordnung ab.
Unterrichtsorganisation
Der Name legt Unterricht in den Abendstunden nahe, doch moderne Angebote können flexibler organisiert sein. Präsenzphasen, Selbstlernzeiten und digitale Elemente lassen sich je nach Einrichtung kombinieren. Historische Abendschulen waren dagegen stärker an feste Unterrichtszeiten und die damalige institutionelle Struktur gebunden.
Historische und heutige Begriffe unterscheiden
Auf dieser Website stehen zahlreiche Begriffe aus älteren Lexika und Rechtstexten. Gerade beim Bildungswesen ist die zeitliche Einordnung wichtig, weil sich Schularten und Abschlussbezeichnungen verändert haben. Eine historische „Abendschule“ muss daher nicht dieselben Voraussetzungen oder Abschlüsse gehabt haben wie eine heutige Einrichtung mit ähnlichem Namen.
Wer einen konkreten Bildungsweg plant, sollte sich bei der jeweiligen Schule oder zuständigen Bildungsbehörde über aktuelle Voraussetzungen, Unterrichtszeiten und Abschlussmöglichkeiten informieren. Als Lexikonbegriff beschreibt „Abendschule“ vor allem das Grundprinzip: organisierte Bildung außerhalb des klassischen Tagesunterrichts, häufig mit dem Ziel, Lernen und Berufstätigkeit miteinander zu verbinden.
Mit dem Hauptschulabschluss zum Abitur, das gelingt berufsbegleitend in der Abendschule. Tagsüber arbeiten, danach in die Abendschule und nach drei bis vier Jahren ist das Abitur unter Dach und Fach.
Wenn es nicht während der Jahre der Schulzeit gelungen ist, den höchstmöglichen Bildungsabschluss in Deutschland, das Abitur zu erlangen, hat man noch eine Reihe von anderen Möglichkeiten zur Verfügung, die verpassten Chancen nachzuholen. Eine davon ist die Abendschule, die es in jedem Bundesland zu ähnlichen Bedingungen gibt. Die Aufnahmevoraussetzungen unterscheiden sich ein wenig. Der Hauptschulabschluss ist für die Anmeldung zur Abendschule meistens erforderlich, es gibt aber auch Einrichtungen, in denen man mit der Erlangung des Hauptschulabschlusses mit dem Auffüllen des eigenen Bildungsniveaus beginnt. Die Dauer der Abendschule ist davon abhängig, wie viel man erreichen will. Ausgehend vom vorhandenen Hauptschulabschluss kann man in ca. drei Jahren einen Realschulabschluss erreichen und nach einem weiteren Jahr sogar das Abitur. Der Unterricht findet überwiegend abends statt, teilweise auch am Wochenende. Darüber hinaus muss der Abendschüler auch genügend Zeit zum Lernen einplanen. In regelmäßigen Lernzielkontrollen wird der individuelle Wissensstand geprüft. Das gibt auch dem Schüler die Möglichkeit der Eigenkontrolle.
Die Abendschule ist meistens von privaten Trägern geführt, deren Lehrstoff und Prüfungen staatlich anerkannt sind. In einigen Bundesländern gibt es daneben eine öffentliche Abendschule. Absolventen des zweiten Bildungsweges können unter bestimmten Voraussetzungen Bafög oder andere staatliche Unterstützung erhalten. Daneben gibt es eine Reihe von Stiftungen, von denen bedürftige Teilnehmer an der Abendschule Unterstützung erhalten können.