Absatzorganisation: Organe, Absatzwege und Exportvertrieb

Historische Einordnung: Der Lexikoneintrag verwendet „Absatzorganisation“ einerseits als Verweis auf den allgemeinen Absatz, andererseits speziell für die Organisation des Exportabsatzes. Die Darstellung ist stark von der damaligen sozialökonomischen Systematik geprägt.

Im Außenhandel bezeichnet Absatzorganisation die Gesamtheit der am Exportabsatz beteiligten Organe und das System ihres Zusammenwirkens.

Die konkrete Organisation hängt davon ab, wie viele Absatzorgane zwischen Hersteller und Endverbraucher eingeschaltet werden. Dadurch entstehen unterschiedliche Absatzwege.

Als maßgeblichen Einflussfaktor nennt die Quelle die jeweiligen Produktionsverhältnisse. Diese Einordnung gehört zum historischen wirtschaftstheoretischen Rahmen und sollte nicht als heutige allgemeine Organisationsregel verstanden werden.

Daneben nennt der Text konkrete Absatzmodalitäten: Charakter der Ware, Exportvolumen, Besonderheiten einzelner Länder, historisch gewachsene Vertriebsformen und Absatzkosten.

Auch die Funktionen, die bis zum Endverbraucher erfüllt werden müssen, prägen die Organisation. Je nach Ware können Lagerung, Beratung, Finanzierung, Kundendienst oder andere Leistungen erforderlich sein.

Die Struktur der Handelsorgane spielt ebenfalls eine Rolle. Großhandel, Einzelhandel, Export- und Importhandel können arbeitsteilig verschiedene Aufgaben übernehmen.

Als wichtiges Gestaltungskriterium formuliert die Quelle, mit möglichst geringen Absatzkosten eine möglichst hohe Absatzleistung zu erreichen. Damit verbindet sie Organisationsgestaltung mit wirtschaftlicher Effizienz.

Der Text unterscheidet innere und äußere Absatzorganisation. Die innere Absatzorganisation betrifft Organisationsformen des Exportabsatzes innerhalb der eigenen Volkswirtschaft, die äußere die beteiligten Organe auf den Auslandsmärkten.

Zusammengefasst beschreibt Absatzorganisation die institutionelle Gestaltung des Vertriebswegs vom Hersteller bis zum Endverbraucher. Die historischen Kategorien sollten dabei von der allgemein verständlichen Funktion der Vertriebsorganisation getrennt werden.

Absatzorganisation - 1. Absatz - 2. Gesamtheit der an der Durchführung des Exportabsatzes beteiligten Organe einschließlich des Systems ihres Zusammenwirkens. In der Absatzorganisation sind verschiedene Absatzwege möglich, die durch das Einschalten einer unterschiedlichen Zahl von Absatzorganen entstehen. Primär ist die Form der Absatzorganisation sozialökonomisch, d. h. durch die jeweiligen Produktionsverhältnisse, bedingt. Weitere Einflussfaktoren sind die konkreten Absatzmodalitäten (z. B. Charakter der Ware, Exportvolumen, Länderbesonderheiten, historisch gewachsene Formen des Exportabsatzes, Absatzkosten); die Funktionen, die im Absatzprozess bis zum Endverbraucher zu lösen sind, und die Struktur der Handelsorgane (Groß-, Einzel-, Export- und Importhandel), die diese Funktionen arbeitsteilig und rationell lösen. Wichtiges Kriterium für die Gestaltung der Absatzorganisation ist, mit einem Minimum an Absatzkosten ein Maximum an Absatzleistungen zu erreichen. Die Absatzorganisation im Außenhandel gliedert sich in innere und äußere, wobei unter innerer Absatzorganisation die möglichen Organisationsformen des Exportabsatzes innerhalb der Volkswirtschaft und unter äußerer Absatzorganisation die verschiedenen Absatzorgane auf den Außenmärkten (Handelsvertreter, gemischte Gesellschaften, Technisch-kommerzielle Büros) und ihr Zusammenwirken verstanden werden. In einem sozialistischen Land ist die Absatzorganisation organischer Bestandteil der rationellen Teilung und Kooperation der gesellschaftlichen Arbeit innerhalb des gesamten volkswirtschaftlichen Reproduktionsprozesses und Instrument zur Wahrung des staatlichen Außenhandelsmonopols. In ist der volkseigene Außenhandelsbetrieb (AHB) die Hauptform in der Absatzorganisation; im Rahmen staatlicher Pläne und auf der Grundlage zentraler handelspolitischer Orientierungen ist er für Anbahnung, Verhandlung und Abschluss von Verträgen mit den Auslandspartnern verantwortlich. Er gestaltet seine arbeitsteiligen Beziehungen zu den Exportbetrieben durch ein System von Wirtschaftsverträgen. Der AHB unterhält im Ausland eigene Einrichtungen der äußeren Absatz- und Bezugsorganisation. Infolge der wechselseitigen Beziehungen zwischen Absatz- und Bezugsinteressen entwickelt sich die Absatzorganisation zu einer einheitlichen Absatz- und Bezugsorganisation.