Arbeitskräftependler: Arbeitsweg über territoriale Grenzen
Arbeitskräftependler sind nach der Quelle Beschäftigte, deren Arbeitsstätte außerhalb ihres Wohnterritoriums liegt.
Aus Sicht des Wohnorts werden sie als Auspendler, aus Sicht des Arbeitsorts als Einpendler bezeichnet.
Der Text unterscheidet außerdem Tagespendler, die täglich zurückkehren, und Wochenpendler mit Rückkehr am Wochenende.
Pendlerzahlen waren für regionale Arbeitskräftebilanzen sowie für Verkehrs-, Versorgungs- und Infrastrukturplanung von Bedeutung.
Die territorialen DDR-Begriffe Kreis und Bezirk sind historisch. Das Grundprinzip der Pendlerstatistik ist weiterhin aktuell und wird heute mit modernen Gemeinde-, Kreis- und Arbeitsmarktregionen erfasst.
Arbeitskräftependler - Arbeitskräfte, die nicht zur Wohnbevölkerung des Territoriums zählen, in dem die Arbeitsstätte ihren Sitz hat, die also auf dem Wege zum Betriebsstandort eine Bezirks-, Kreis- oder Gemeindegrenze überschreiten. Für den Wohnort sind die Arbeitskräftependler Auspendler, für die Arbeitsstätte Einpendler. Tagespendler kehren werktägig, Wochenpendler nur am Wochenende an ihren Wohnort zurück. Die Kenntnis der Anzahl der Arbeitskräftependler ist erforderlich zur Korrektur der in den regionalen Arbeitskräftebilanzen ausgewiesenen Beschäftigtenzahlen im Territorium, für die Planung des Verkehrs, der Geldströme, der Warenbereitstellung im Handel u. a. Sind die Arbeitskräftependler zugleich Weitwohner, können sie in ihrer Persönlichkeitsentwicklung (ungenügende Qulifizierungsbereitschaft und -möglichkeit, eingeschränkte Teilnahme am gesellschaftlich-kulturellen Leben) und in ihrem Leistungsvermögen am Arbeitsplatz (hohe physische und psychische Belastung, Verkehrsausfälle u. a.) behindert sein. Vor allem in Gebieten mit zahlreichen Großbetrieben ist die Anzahl der Arbeitskräftependler noch hoch. Durch den Bau von Wohnsiedlungen in der Nähe der Betriebe wird der zeit- und kostenaufwendige Berufsverkehr der Arbeitskräftependler schrittweise eingeschränkt.