Asbestzement: Eigenschaften, frühere Verwendung und heutiger Umgang

Gesundheits- und bauhistorische Einordnung: Asbestzement ist ein historischer Verbundwerkstoff aus Zement und Asbestfasern, die dem Material zusätzliche Zug- und Biegezugfestigkeit verliehen.

Früher wurde insbesondere Chrysotil- beziehungsweise Weißasbest eingesetzt. Typische Anwendungen waren Dach- und Fassadenplatten, Rohre und weitere Bauprodukte.

Die positiven Materialeigenschaften erklären die frühere weite Verbreitung, dürfen aber nicht über die erheblichen Gesundheitsgefahren von Asbestfasern hinwegtäuschen.

Gefährlich wird Asbest insbesondere, wenn Fasern freigesetzt und eingeatmet werden können. Eigenmächtiges Bohren, Schleifen, Sägen oder Brechen asbestverdächtiger Bauteile ist daher problematisch.

Für Erkundung, Ausbau, Sanierung und Entsorgung gelten heute strenge Gefahrstoff- und Arbeitsschutzvorschriften. Bei Verdacht sollte fachkundige Unterstützung eingeholt werden.

Asbestzement: Kunststein aus einer innigen und homogenen Mischung von Zement und Asbestfasern, welche die Aufgabe einer zugfesten Bewehrung wie der Stahl beim Stahlbeton haben. Deshalb weisen alle Asbestzementerzeugnisse hohe Zug- und Biegezugfestigkeit auf. Asbest ist ein in feinsten Fasern kristallisiertes Mineral; Muttergesteine sind sowohl Serpentin als auch Hornblende. Für Asbestzementerzeugnisse wird vorwiegend der auch als Chrysotil- oder Weißasbest bezeichnete Serpentinasbest verwendet, weil er eine weichere Faser hat und auch häufiger vorkommt. Die wichtigsten Anwendungsgebiete von Asbestzement waren ebene und gewellte Platten für Dachdeckungen (z. B. die mittelformatigen Toscanaplatten) und Wandverkleidungen, Druckwasser-, Lüftungs-, Abgas-und Abflussrohre sowie Formstücke für Dachdeckungen und der Behälterbau.