Abprodukte

Abprodukte - Arbeitsmittel, Arbeitsgegenstände oder Konsumgüter bzw. Teile von ihnen, die während oder am Ende des produktiven oder nichtproduktiven Konsumtionsprozesses bzw. des Zirkulationsprozesses als feste, schlammige oder gasförmige Rückstände mehr oder weniger zwangsläufig anfallen und beim gegenwärtigen. Entwicklungsstand der Produktivkräfte und der vorhandenen materiell-technischen Basis aus ökonomischen, technologischen, sicherheitstechnischen, hygienischen u. a. Gründen nicht wieder genutzt werden können. Sie werden damit aus dem volkswirtschaftlichen Stoffkreislauf ausgeschieden. Gründe dafür können sein: ein unzureichender wissenschaftlich-technischer Entwicklungsstand, der gegenwärtig eine Wiederverwertbarkeit der Abprodukte ausschließt; ein Mangel an Bedarf, insbesondere am Aufkommensort dieser stofflichen Substanzen oder Energien, wie z. B. der Abwärme; das Fehlen von Aufbereitungs-, Transport- oder Verarbeitungskapazitäten; das Vorhandensein ausreichender und billigerer Primärrohstoffe; die sicherheitstechnischen Erfordernisse beim Abbau (Abbauverlust) mineralischer Rohstoffe; der unzureichende Ankauf von Altrohstoffen oder Mängel an Sortierkapazitäten zu ihrer Rückgewinnung aus Siedlungsabfällen; technologische Bevorratungsprobleme, wie z. B. bei prinzipiell nutzbaren Bestandteilen von Kiesen und Sanden im Abraum. Die Größe der entstehenden Abproduktenmasse wird bei einer gegebenen Menge an Naturstoffen und Naturkräften, die aus der natürlichen Umwelt extrahiert und in den gesellschaftlichen Produktionsprozess einbezogen werden, vor allem durch den Entwicklungsstand von Wissenschaft und Technik bestimmt. Weiterhin wird die Größe der Abproduktenmasse von den Naturbedingungen beeinflusst (z. B. von dem Metallgehalt der Erze oder dem Verhältnis von Deckgebirge zu nutzbarem Naturstoff oder dem Schwefelgehalt der Kohle bzw. des Erdöls u. a.); von der Technologie des Formwandels der Naturstoffe zu Gebrauchs- werten sowie dem Wirkungsgrad der Verfahren der Gewinnung, Umwandlung und Ausnutzung der verschiedenen Energieformen; von der Organisation der Produktion, Zirkulation und Konsumtion (z. B. Organisation von Stoffkreisläufen sowie von gesellschaftlichen Formen der Konsumtion); von der Struktur der materiell-technischen Basis, insbesondere von Zweigen zur industriemäßigen produktiven Rezirkulation von Stoffen und Energien. Die Größe der Abproduktenmasse wird nicht zuletzt auch beeinflusst von der Qualität der Produktions- und Konsumtionsmittel und damit der Bindung ihrer stofflichen Substanzen in der produktiven oder nichtproduktiven Konsumtion. Gegenwärtig fallen in mehrere hundert verschiedene Arten von Abprodukte an. Allein 350 Abproduktenarten in fester Form wurden ermittelt. Die Abprodukte stellen eine große volkswirtschaftliche Reserve dar, deren schnelle Erschließung sowohl produktionserweiternd als auch produktivitätssteigernd wirkt. Mit der Entwicklung von Wissenschaft und Technik entstehen neue technische und technologische Erkenntnisse, die es gestatten, die bisher nicht weiter nutzbaren Abprodukte einer Aufbereitung zuzuführen, d. h. aus den Abprodukte in wachsendem Umfang Sekundärrohstoffe zu machen. Die Forschungsarbeiten werden darauf orientiert, technisch-ökonomische Lösungen zur Nutzung solcher Abprodukte wie Braunkohlenaschen, Altreif en, Alttextilien, Magnesiumchloridlauge, Rotschlamm und Plastabfälle zu schaffen. Unter dem Aspekt der künftig zu erwartenden Verwertungsmöglichkeiten von Abprodukte wird ein bestimmter Teil der Abprodukte so deponiert, dass er zu einem späteren Zeitpunkt schnell zugriffsbereit ist. Für einige frühere Abprodukte wurden jetzt bereits volkswirtschaftliche Verwendungsmöglichkeiten erschlossen. So dienen Asche und Schlacke in einem bestimmten Umfang z. B. als Baustoffzuschläge, aus Schwefeldioxid in Rauchgasen lässt sich Schwefelsäure gewinnen, und Müll kann in Müllverbrennungsanlagen zur Energieerzeugung genutzt werden. Je höher die Veredlungsstufe ist, auf der die stoffliche Substanz rezirkuliert wird, umso mehr gesellschaftliche Arbeit kann bei der Wiederverwendung weiter genutzt werden.
Mit dem Ausscheiden der Abprodukte aus dem volkswirtschaftlichen Stoffkreislauf bleibt nicht nur die darin vergegenständlichte menschliche Arbeit ungenutzt, darüber hinaus muss ein beträchtlicher Umfang gesellschaftlicher Arbeit zu ihrer schadlosen Beseitigung (Deponie) aufgewendet werden.