Ausbildungsversicherung

Wenn er von der Geburt eines Kindes erfährt, dann bietet der Versicherungsagent gerne eine Ausbildungsversicherung an. Am Namen kann man bereits erkennen, welchem Zweck sie dient:
Damit die Kinder eine gesicherte Finanzierung ihrer Ausbildung bekommen. Das erscheint zuerst als eine gute Zielsetzung. Man muss jeden Monat einen Beitrag für die Versicherung einzahlen. Das Geld für die Ausbildung oder für das Studium ist dann verfügbar, wenn beispielsweise der Sohn oder die Tochter 18 Jahre alt geworden sind.
Da kann man jetzt denken, dass hierbei eigentlich eine Versicherung gar nicht erforderlich ist. Weil man auch ohne eine Versicherung jeden Monat einen kleinen Beitrag ansparen kann. Das ist richtig. Jedoch müsste man dann auch sein Gewissen erforschen, ob man das auch tatsächlich durchhält. Nimmt man wirklich jeden Monat einen Betrag, bringt ihn zur Bank und legt ihn an für das Kind? Das würde Sie der Versicherungsverkäufer fragen. Und dann würde er weiter fragen: Und was wäre in dem Fall, wenn der Hauptverdiener der Familie wegfällt? Dann könnten Sie ein Problem bekommen mit der Ausbildung der Kinder. Da hat der Versicherungsverkäufer nicht ganz Unrecht. Wenn man dieses Argument bedenkt, dann kommt man schon einmal so weit, eine Ausbildungsversicherung zu unterschreiben.
Das Argument ist also, dass die Ausbildungsversicherung auch dann das Geld für die Ausbildung bereitstellt, wenn der Hauptverdiener der Familie wegfällt. Dann kann die Versicherung für den Rest der Laufzeit beitragsfrei sein, so dass man nicht weiter einzahlen muss. Und dann, beispielsweise zum 18. Geburtstag bzw. zum vereinbarten Zeitpunkt, wenn die Versicherung fällig wird, dann wird die Summe ausgezahlt.
Das ist also ähnlich wie bei einer Lebensversicherung. Es gibt Leute, die nennen eine Ausbildungsversicherung deshalb auch kleine Lebensversicherung. Einerseits weil sie im Vergleich mit einer richtigen Lebensversicherung nur eine relativ kurze Laufzeit hat (z. B. 18 Jahre). Andererseits weil auch die Versicherungssumme in der Regel niedriger ist als bei einer richtigen Lebensversicherung, die ja der eigenen Altersvorsorge dienen soll. Und die Versicherungsanbieter haben auch noch eine andere Bezeichnung für die Ausbildungsversicherung: Termfix-Police. Weil diese Versicherung ein festes End-Datum hat (beispielsweise den 18. Geburtstag des Kindes).
Nicht verlassen will man sich auf die geschätzte Ablaufleistung der Ausbildungsversicherung, stattdessen kommt es auf die Garantiesumme an. Wenn das Kind beispielsweise eines Tages eine Meisterschule besuchen soll, so kalkuliert man dafür zirka 7700 Euro. Und dann gibt es noch ein Jahr Vorbereitung, wofür man ebenfalls über 7000 Euro ansetzen kann, so dass man einen monatlichen Betrag von zirka 600 Euro bekommt.