Betonzusatzmittel

Betonzusatzmittel: Sammelbegriff für pulverförmige oder flüssige Stoffe, die Beton bei der Herstellung zugesetzt werden, um seine Eigenschaften durch chemische oder physikalische Wirkung zu verbessern.
Betonzuschlagstoffe: körnige Stoffe, die den raumfüllenden, sich nicht an der Erhärtung beteiligenden Teil der Beton- und auch Mörtelgemenge bilden. Die Anforderungen an sie hängen weitgehend von der Anwendung des Betons, also von der Betonart, ab.
1. Für Schwerstbeton, der vor allem als Strahlenschutzbeton dient, werden Betonzuschlagstoffe mit einer Dichte > 3 500 kg/m3 verwendet. Stahl in Form von Schrott. Magnetit (Magneteisenstein) und Baryt (Schwerspat) kommen wegen ihrer hohen Dichte in erster Linie für den Schutz gegen y-Strahlen in Betracht, während sich Limonit (Brauneisenstein) wegen seines Kristallwassergehalts bes. zur Bremsung schneller Neutronen eignet.
2. Die Zuschlagstoffe für Schwerbeton müssen genügend fest und wetterbeständig sein und dürfen keine Stoffe enthalten, die die Erhärtung beeinträchtigen, die Festigkeit mindern oder die Bewehrung von Stahl-und Spannbeton angreifen können. Die für Kornzusammensetzung soll so gewählt werden, dass möglichst dichter Beton entsteht. Dazu treten noch weitere Bedingungen, die von den funktionellen Anforderungen an den Beton bestimmt werden. Bei Straßenbeton und hochbeanspruchten Betonbelägen müssen die Betonzuschlagstoffe beispielsweise hohe Schlagfestigkeit haben, während bei chemisch beanspruchtem Beton die Beständigkeit gegenüber dem zu erwartenden aggressivem Medium im Vordergrund steht. Die größte Bedeutung haben Sand und Kies. Sie sind billiger zu gewinnen und aufzubereiten als Betonzuschlagstoffe aus natürlichem Felsgestein, die mechanisch zerkleinert werden müssen. Auch harte, glasige Schlacke (Hochofenschlacke) und künstliche Produkte, wie Korund und Siliziumkarbid, finden gelegentlich als Schwerbetonzuschlagstoffe Verwendung. Nach der Korngröße unterscheidet man Betonsand, Brechsand (0,09 bis 2 mm), Betonkies, Splitt (2 bis 25 mm) und Grobkies, Schotter (25 bis 125 mm). Gemenge von Kies und Sand werden als Betonkiessand bez., Gemenge aus Splitt und Brechsand als Splittbrechsand. Wird Splitt durch Brechen von Kies gewonnen, trägt er die Bezeichnung Kiessplitt. Als schädliche Bestandteile von Schwerbetonzuschlagstoffe sind anzusehen Schwefelverbindungen, Stoffe organischen Ursprungs und mehlfeine Stoffe (Abschlämmbares).
3.Für Leichtbeton werden Leichtzuschlagstoffe verwendet. Das sind leichte porige Stoffe, die entweder in der Natur als poriges Material vorliegen (natürliche Leichtzuschlagstoffe) oder industriell hergestellt werden (künstliche Leichtzuschlagstoffe). 3.1. Zur ersten Gruppe gehören vulkanische Auswurfgesteine, wie Naturbims und Lavaschlacke, sowie porige Kalksteine, wie Kalktuff. 3.2. Die zweite umfasst 3.2.1. thermisch aufgeblähte Natursteine, wie Blähschiefer (Porensinter). Perlit (vulkanisches Glas) u. a.; 3.2.2. geeignete gebrannte tonige Rohstoffe, wie Blähton. Ziegelsplitt u. a.; 3.2.3. aus Industrieabprodukten gewonnene Betonzuschlagstoffe, wie Hüttenbims (geblähte Hochofenschlacke), Aschensinter (gesintertes Asche-Ton-Gemisch), Feuerungsschlacke u. a.; 3.2.4. geschäumte Plastpartikel, wie Schaumpolystyrol.