Bewehrung

Bewehrung: Oberbegriff für Stahleinlagen in Stahlbetonbauten und -teilen, die vor allem die Zugkräfte aufnehmen. Der für den jeweiligen Betonquerschnitt notwendige Querschnitt der Bewehrung wird durch für Bemessung ermittelt. Das Zusammenwirken von Stahl und Beton in einem Konstruktionselement ist durch den gleichen Wärmeausdehnungskoeffizienten beider Werkstoffe und durch die Haftfestigkeit von Stahl an Beton möglich. Bei Stahlbetonkonstruktionen wird nur eine schlaffe Bewehrung eingelegt. Bei Spannbetonkonstruktionen werden die Vorspannkräfte durch eine Spannbewehrung aufgenommen. Dagegen werden Spaltzug-, Quer-und Schwindkräfte einer schlaffen Bewehrung zugeordnet.
In Abhängigkeit von der Einbaulage und der zu übernehmenden Aufgabe haben die einzelnen Bewehrungselemente beim Stahlbeton i.e.S. spezielle Bezeichnung So übernimmt bei einachsiger Spannrichtung die Längsbewehrung die Hauptzugkräfte, während die Lastverteilung bei Platten außerdem durch eine Querbewehrung gesichert wird, die rechtwinklig zur Längsbewehrung liegt und nur von deren Querschnittsfläche zu haben braucht. Liegt eine Decke nicht nur auf 2, sondern auf 4 Seiten auf, so ergibt sich eine 2achsige Spannrichtung, und damit eine kreuzweise Bewehrung In Ausnahmefällen ordnet man zur Verstärkung der Betondruckzone in dieser eine Druckbewehrung an, deren Gesamtquerschnitt jedoch nicht größer sein darf als derjenige der Zugbewehrung. Bei Säulen ist die eingelegte Längsbewehrung meist eine Druckbewehrung Balken und Säulen, die stets nur eine Spannrichtung haben, erhalten neben der Längsbewehrung noch Bügel, die in Balken die Querkraftsicherung übernehmen, in Säulen ein Ausknicken der Längsbewehrung verhindern. In Säulen verwendet man geschlossene Bügel oder - um bes. bei hoher Beanspruchung eine Querkontraktion zu verhindern -statt dessen eine Umschnürungsbewehrung,die mit geringer Ganghöhe spiralförmig um die Längsbewehrung läuft. In Balken können an Stelle geschlossener - sofern keine Torsionsbeanspruchung vorliegt - offene Bügel eingesetzt werden. Für Säulen, Stützen und Rohre gibt es auch die Form des zylindrischen Bewehrungskorbs; für getypte Deckenelemente wählt man häufig eine Bewehrungsmarte. Eine Montagebewehrung hat nur den Zweck, die Bügel während des Betonierens in der richtigen Lage zu halten.
In Spannbeton wird die Spannbewehrung in Form von für Spanngliedern eingebracht.
Die Lage der einzelnen Elemente von schlaffer Bewehrung im Quer- und Längsschnitt der Stahl- bzw. Spannbetonkonstruktionen ist in einem Bewehrungsplan angegeben, nach dem sie durch Biegen - meist mittels für Biegegeräten - in die entspr. Form gebracht und dann an ihren Kreuzungspunkten im allgemeinen mit Hilfe von für Bindedraht durch Flechten von Hand, bei Betonfertigteilen, Bewehrungskörben u. a. durch Hand- oder automatisches Punktschweißen miteinander verbunden werden.
In Stahlbeton wird Rundstahl (St A-I) an den Enden umgebogen (Endhaken), um die Haftfestigkeit zu erhöhen und dadurch die bei Belastung in der Bewehrung entstehende Zugkraft besser auf den Beton zu übertragen. Bei St A-III ist dies aufgrund dessen Rippung nicht erforderlich. In für Spannbeton mit sofortigem Verbund entsteht eine Verankerung der Bewehrung durch die Tatsache, dass die Drähte an den Enden nach dem Abtrennen von der Spannvorrichtung durch den Rückgang der Querkontraktion dicker werden und sich verkeilen (nach dem Entdecker als Hoyer-Effekt bez.). In Spannbeton mit nachträglichem Verbund muss die nach dem Vorspannen, aber vor dem Auspressen der Hüllrohre (Spannglied) mit Beton in den Spanngliedern vorhandene hohe Zugkraft über eine am Ende des Elements aufgesetzte Ankerplatte auf den Beton übertragen werden. Dafür gibt es mehrere Möglichkeiten. Die gebräuchlichste ist die Keilverankerung, bei der zwischen dem Spanndraht und konisch ausgearbeiteten Löchern in der Ankerplatte Keile mit unterschiedlicher Oberfläche und aus unterschiedlichem Werkstoff eingesetzt werden. Allerdings kann sich beim Lösen der Spannpresse bis zum Festbeißen der Keile ein Schlupf ergeben, der eine Spannkraftreduzierung zur Folge hat. Die Betonbeanspruchung unter der Ankerplatte ist durch die dort konzentriert eingetragenen Ankerkräfte außerordentlich hoch. Zur gleichmäßigen Verteilung umgibt man deshalb die Spanndrähte meist mit einer Spiral- oder Netzbewehrung.
Um die Bewehrung stets im vorgeschriebenen Abstand zur Schalung zu halten (Betondeckung), werden Abstandhalter eingebaut. Es sind entweder Betonklötzchen, die in die Bewehrung eingeflochten, oder Plastscheiben unterschiedlichen Durchmessers, die auf die Bewehrung geklemmt werden. Bewertungsfunktion und Bewertungskurve Schallpegel. Bezugslinie: Linie, auf die horizontale und vertikale Maßangaben in einer Zeichnung, am Bauwerk oder im Gelände bezogen werden, z. B. Baufluchtlinie, Straßenachslinie u. a. BGKL: Abk. für Brandgefahrenklasse; für Brandgefahr. Biberschwanz keramische Baustoffe.