Dachfonds

Vieles ist einfacher für denjenigen, der viel Geld hat. Der kann sich mit seinem beträchtlichen Vermögen an einen professionellen Vermögensverwalter wenden. Dieser Personenkreis arbeitet für ein Entgelt und versucht, das Vermögen zu vermehren. Dabei sollen auch in schlechten Börsenjahren die Verluste möglichst niedrig bleiben. Deshalb soll die Risikostruktur eines Aktiendepots ausgewogen sein. Zu diesem Zweck verteilen die Vermögensverwalter das zu betreuende Vermögen auf verschiedene Anlagen.
Dennoch ist die Lage nicht hoffnungslos für diejenigen, die insgesamt nur ein paar Tausender auf einem Sparbuch besitzen. Dachfonds empfehlen sich für solche kleinen Summen. Im Englischen heißen Dachfonds Funds of funds. Im Prinzip imitieren die Dachfonds das Verhalten eines Vermögensverwalters. Man versucht also in erfolgversprechende Anlagen mit möglichst kleinem Risiko zu investieren. Es sind andere Fonds, in die Dachfonds investieren. Daraus ergibt sich eine Anlage-Mischung aus Branchen-, Länder-, Renten- und Aktien-Fonds. In Deutschland sind zirka 6100 Fonds zugelassen. Aus diesen müssen Sie dann also nicht selbst auswählen.
In den 1970er Jahren waren die Dachfonds spektakulär abgestürzt, so dass sie - mit gesetzlichen Auflagen - erst 1999 in Deutschland wieder zugelassen wurden. Nun sind sie dermaßen geregelt, dass die Fonds, in die die Fondsmanager investieren, in Deutschland zugelassen oder registriert sein müssen. Damit will man schlechte Anlagen vermeiden. Außerdem darf man maximal ein Fünftel des Anlagevermögens in einen einzigen Fonds investieren.
Im Vergleich mit Mischfonds sind die Dachfonds sogar noch bequemer. Aber für die Bequemlichkeit muss man auch bezahlen. Man muss für die Zielfonds Ausgabeaufschläge und Managementgebühren bezahlen, und zusätzlich noch für den Dachfonds selbst einen Ausgabeaufschlag von 2-5%.
Ein Dachfonds ist also insgesamt teurer als die Alternative, Investmentfonds direkt zu kaufen. Das bedeutet, eigentlich müssten die Manager des Dachfonds diese Differenz zusätzlich erwirtschaften. Ob ihnen das gelingt, ist fragwürdig. Weil sie ihr Geld nur in Investments der eigenen Gesellschaft anlegen, haben manche Dachfonds weniger hohe Gebühren. Beispielsweise finden Sie nur andere DWS-Fonds in dem Portfolio des DWS Plusinvest, der sich auf Anlageprodukte aus der eigenen Gesellschaftsfamilie beschränkt.