Estrich

Estrich wird aus flüssigen oder kernigen Materialien hergestellt. Diese Materialien werden auf die Unterkonstruktion aufgebracht und abgerieben, bzw. geglättet und abgezogen, wie die Estrichleger diese Vorgänge benennen. Je nach Material und Arbeitsbedingungen erhärten die Estriche unterschiedlich schnell. Estriche werden unter dem Bodenbelag gelegt und befinden sich über der Bodenplatte bzw. der tragenden Decke vom Geschoss.
Estriche werden zum einen entsprechend ihrer Zusammensetzung bzw. Bindemitteln differenziert. Es gibt unter anderem folgende Estricharten: Gussasphaltestrich, Zementestrich, Kunstharzestrich, Magnesitestrich usw. Zum anderen unterscheidet man bei Estrichen nach Konstruktionsarten. Davon gibt es folgende: Estrich auf einer Trennlage, Verbundestrich, Trockenestrich, Estrich auf einer Dämmschicht usw.
Im Folgenden soll der bekannteste Estrich geschildert werden. Die Beständigkeit des Zementestrichs nach der Aushärtung gegenüber von Wasser ist sein Vorzug. Die Dämmungsfunktion bzw. Trennlage ist jedoch vergleichsweise unbefriedigend. Um den Schrumpfungsvorgängen entgegenzuwirken, welche mit den Trocknungsvorgängen einhergehen, begrenzt man die Arbeitsfläche in der Praxis auf ca. 30 bis 40 Quadratmeter. Durch diese Faustregel lassen sich größere Risse in den Estrichkonstruktionen vermeiden. Zementestriche sind generell feuchtebeständig, verlieren jedoch wie alle Systeme aus Zement an Festigkeit, wenn sie nass (gemacht) werden.
Beim Einsatz von Zementestrich ist unbedingt die Mindesttemperatur von 5 Grad Celsius einzuhalten. Zudem sollte die Temperatur innerhalb von 72 Stunden unverändert bleiben. In diesen drei Tagen darf der Estrich auch nicht austrocknen. Frühestens nach drei Tagen darf man über den Estrich gehen. Die uneingeschränkte Belastbarkeit der Estriche ist meist erst nach sieben Tagen zulässig.