Exportkundendienst

Exportkundendienst - Komplex von produktbezogenen Dienstleistungen der Außenhandels- und exportierenden Lieferbetriebe zur Sicherung und Erhaltung des Gebrauchswertes der verkauften Erzeugnisse, die auf vertraglicher Grundlage vom Hersteller oder von speziellen Kundendienstwerkstätten durchgeführt werden. Auch von der Sicherung des Exportkundendiensts hängt oft das Zustandekommen eines Außenhandelsgeschäftes ab. Zusammen mit der Qualität der Erzeugnisse hat der Exportkundendienst wesentlichen Einfluss auf die Bedürfnisbefriedigung beim Anwender/Verbraucher. Darüber hinaus ist der Exportkundendienst Faktor der Export- und Wettbewerbsfähigkeit der Erzeugnisse und daher Bestandteil der Auslandsmarktbearbeitung. Soweit der Exportkundendienst nicht innerhalb einer vereinbarten Garantie vorgenommen wird, sind Leistungen für den Exportkundendienst selbst Gegenstand vertraglicher Vereinbarungen bzw. gesonderter Kauf- bzw. Lieferverträge. Bei richtiger Ausnutzung des Exportkundendiensts ist es bes. auf den nichtsozialistischen Märkten möglich, Nachfolgeexporte und höhere Valutapreise zu erreichen. Auf den sozialistischen Märkten hat der Exportkundendienst außerdem die Vorzüge der Produktionszusammenarbeit zu sichern, indem er die Funktionstüchtigkeit der spezialisierten oder kooperierten Erzeugnisse gewährleistet. Zu den wichtigsten Bestandteilen des Exportkundendienst gehören: a) Montage, b) Ausbildung und Qualifizierung des Montage-, Instandhaltungs- und Bedienungspersonals der Kunden/Käufer bzw. Anwender, c) Instandhaltung (Pflege und Wartung, technische Dienste und Instandsetzung), d) Ersatz- und Spezialteileversorgung. Alle Bestandteile des Exportkundendienst stehen in enger Wechselbeziehung. Beispielsweise macht die Qualifizierung des Bedienungspersonals die einwandfreie Pflege und Wartung möglich. Die Instandsetzung (auch Reparatur) setzt eine reibungslose Ersatzteilversorgung voraus. Große Bedeutung hat der sog. prophylaktische oder vorbeugende Exportkundendienst, z. B. in Form von regelmäßigen Durchsichten, die zur Pflege und Wartung gehören, weil so größere Schäden (Havarien) weitestgehend vermieden werden können. Um den Exportkundendienst im Außenhandel als Instrument der aktiven Marktbearbeitung zu nutzen, sind vor allem entsprechende produktionsseitige Voraussetzungen und eine zweckmäßige Organisation des Exportkundendienst erforderlich. Die Produktion von Ersatzteilen und deren kurzfristige, sortimentsgerechte Bereitstellung sowie die Ausbildung und schnelle Einsatzfähigkeit des eigenen Personals für den Exportkundendienst sowohl für die Montage, auch für Garantiereparaturen und technische Dienste bilden Schwerpunkte eines exportfördernden und effektivitätserhöhenden Exportkundendienst.