Inhalt der Arbeit

Inhalt der Arbeit - qualitatives Merkmal der zweckgerichteten Tätigkeit des Menschen im Prozess seiner Auseinandersetzung mit der Natur. Er ergibt sich vor allem aus der Funktionsteilung zwischen Mensch und Arbeitsmittel sowie aus der gesellschaftlichen Form des Eigentums an den Produktionsmitteln und den gesellschaftlichen Beziehungen der Menschen im Arbeitsprozess (Arbeit, Arbeit, Charakter).
Für den einzelnen Werktätigen resultiert der Inhalt der Arbeit im Wesentlichen aus der Gesamtheit der Arbeitsfunktionen, ihrer Struktur und ihrer Wechselbeziehungen, die er im Arbeitsprozess zur Lösung seiner Arbeitsaufgabe ausführt. Im Sozialismus wird der Arbeitsinhalt zunehmend durch solche Tätigkeiten bereichert, die auf die Realisierung der Macht- und Eigentümerfunktionen der Werktätigen gerichtet sind, wie Teilnahme an der Vorbereitung und Durchführung der sozialistischen Rationalisierung, der Erzeugnis- und Verfahrensentwicklung, der Vervollkommnung der Arbeitsorganisation u. a. m. Der Inhalt der Arbeit ist charakterisiert durch die Art und Vielfalt, die Dauer und Häufigkeit körperlicher und geistiger Handlungsvollzüge, das Entscheidungsfeld und die Kenntnisstruktur zur Realisierung der Arbeitsaufgabe. Dadurch wird im Wesentlichen bestimmt, ob die Arbeit schöpferische Tätigkeit zulässt, ob sie interessant, abwechslungsreich, normal beanspruchend oder ob sie einseitig, einförmig und mit geringen Qualifikationsanforderungen verbunden ist. Im Sozialismus kommt es darauf an, so auf den Inhalt der Arbeit Einfluss zu nehmen, dass der Werktätige die Möglichkeit hat, seine sämtlichen Fähigkeiten, körperliche wie geistige, nach allen Richtungen hin auszubilden und zu betätigen. Die progressive Veränderung des Inhalt der Arbeit ist ein gesellschaftliches Anliegen von hohem Rang: a) für die vollständige Ausprägung des sozialistischen Charakters der Arbeit, b) für die Entwicklung sozialistischer Persönlichkeiten, für die zielstrebige Intensivierung in der gesellschaftlichen Produktion.
- Eine progressive Veränderung des Inhalt der Arbeit ist im Wesentlichen durch zwei eng miteinander verflochtene Prozesse gekennzeichnet: a) die Erleichterung der Arbeit, d. h. Minderung bzw. Beseitigung von Belastungen des Menschen und b) die Anreicherung der Arbeit mit Tätigkeiten, die höhere, vielseitigere Anforderungen an Qualifikation, an die Reife der Persönlichkeit des Werktätigen stellen und in hohem Maße geistig-schöpferische Elemente beinhalten. - Hauptfaktor für die Entwicklung des Inhalt der Arbeit ist der wissenschaftlich-technische Fortschritt. Sein Einfluss auf den Inhalt der Arbeit wird vor allem mit wachsender Mechanisierung und Automatisierung der Produktion über das Technisierungsniveau der Arbeitsmittel, die Vielfalt und Kompliziertheit der Arbeitsgegenstände und die Formen der Organisation der Arbeit wirksam. Die Gestaltung progressiver Arbeitsinhalte ist eine ständige Aufgabe, da die materiell-technischen Bedingungen in der sozialistischen Volkswirtschaft differenziert sind und sich nicht einheitlich in gleichem Tempo entwickeln. Sie erfolgt durch das Zurückdrängen bzw. Überwinden schwerer körperlicher, einseitiger und nur geringe Qualifikation erfordernder Arbeit mittels Mechanisierung und Automatisierung, Vervollkommnung der betrieblichen Arbeitsteilung und -kooperation sowie Entwicklung rationeller, zugleich persönlichkeitsfördernder Arbeitsverfahren, wozu technische, technologische und arbeitswissenschaftliche Erkenntnisse komplex und planmäßig bereits in der Produktionsvorbereitung zusammenzuführen sind. - Progressive Veränderungen des Inhalt der Arbeit erfordern sozialistische Gemeinschaftsarbeit. Sie werden nur dann voll wirksam, wenn die Werktätigen diesen Prozess aktiv mitgestalten. Die planmäßige Gestaltung von Arbeitsinhalten ist eine wichtige Seite sozialistischer Leitungstätigkeit und ein bedeutsames Feld der gewerkschaftlichen Tätigkeit.