Leitungen

Leitungen: Einrichtung zum Transport gasförmiger oder flüssiger Medien (Rohrleitungen) bzw. elektrischen Stroms (elektrische Leitungen). Rohrleitungen bestehen aus Rohren und entspr. Armaturen zum Sperren und Regeln (Schieber, Hähne, Ventile). Sie werden außerhalb von Gebäuden in der Regel unterirdisch, in bestimmten Fällen jedoch auch oberirdisch, als Freileitung verlegt. Stahlrohre verwendet man vornehmlich für Kaltwasser-. Gas- und Heizleitungen, gusseiserne Rohre als Druckrohre (für Kaltwasser- und Gasleitungen großer Nennweite) sowie als leichte Abflussrohre (LA-Rohre) für Abwasser, Steinzeugrohre für Abwasserleitungen im Erdreich, Porzellanrohre für Schmutzwasserleitungen, PVC-Rohre für Kalt- und Abwasserleitungen, Kupferrohre für Warmwasser- und Steuerleitungen. Nach der äußeren Form unterscheidet man glatte Rohre (Stahl, PVC), Gewinderohre (Stahl), Muffenrohre (mit Stemmuffen für Gusseisen-, Steinzeug- und Porzellanrohre, mit Schweiß- oder Über-schraubmuffen für Stahlrohre, mit Klebemuffen für PVC-Rohre), Flanschenrohre (Stahl, Gusseisen, PVC). Die Verbindung der Rohre erfolgt entspr. deren Werkstoff und äußeren Form: Glatte und Muffen Stahlrohre werden geschweißt, Gewinderohre mit (Über-)Schraubmuffen, Kitt und eingelegtem Hanf, PVC-Muffenrohre mit gelöstem PVC verbunden, wobei das Lösungsmittel verdunstet und die Muffe mit dem eingefügten Rohrende einen nahezu homogenen Körper bildet; Flanschenrohre werden mit Hilfe von Schrauben unter Zwischenlegen einer Fiberdichtung o. ä. verbunden, gusseiserne und keramische Muffenrohre mit juteähnlichem Material gedichtet und danach mit Weichblei verstemmt bzw. mit bituminöser Masse vergossen. Für die Montage vorteilhaft sind Rollringe aus PVC oder Gummi als Verbindungselemente. Bestimmend für die Konstruktion von Leitungen sind u. a. Richtungsänderungen und Verzweigungen; diese erzielt man entweder mit Hilfe bes. Formstücke (bei Stahl, Keramik, PVC), oder durch dem Werkstoff entspr. Umformen bzw. Fügen, z. B. bei Stahlrohren durch Biegen oder Schweißen, bei PVC-Rohren durch Biegen, Schweißen oder Kleben. Zur Befestigung von Rohrleitungen dienen Rohrschellen, die in die Baukonstruktion geschlagen, eingestemmt, gebohrt oder geschossen werden.
Elektrische Leitungen bestehen aus elektrischen Leitern (Aluminium, Kupfer) und eventuell Einrichtungen, die dem elektrischen, mechanischen oder Korrosionsschutz dienen. Die am häufigsten verwendeten Leiter haben runden Querschnitt; als Blankdraht wird ein Leiter ohne jeden Schutz bez. (Freileitung); isolierte Leitungen haben elektrischen Schutz. Je nach dem mechanischen und Korrosionsschutz unterscheidet man die folgenden Leitungsarten: Aderleitungen aus 1 Leiter mit elektrischem und einfachem mechanischem Schutz werden in Isolierrohren (Plast bzw. innen Papier und außen Metallfolie) oder in Stahlrohren verlegt, die den mechanischen Schutz verstärken (Aufputzinstallation); Stegleitungen haben 2 oder 3 Adern in einer Umhüllung aus Plast sowohl als Schutz gegen Berührungsspannung als auch mechanischen oder Korrosionsschutz, deren Form das Aufkleben auf ebenen Flächen ermöglicht Imputzinstallation. Mantelleitungen weisen meist 2 oder mehr Adern und außer dem Schutz gegen Berührungsspannung (Isolierhülle) und mechanische Beschädigung (Aderumhüllung) eine zusätzliche Ummantelung, im allgemeinen aus Plast, als Schutz gegen Korrosion infolge Feuchtigkeitseinwirkung auf und werden deshalb oft auch als Feuchtraumleitungen bez. Man verlegt sie z. B. in Kellern, Waschküchen, Betrieben u.a. auf Wand- und Deckenflächen mit geringem Abstand von diesen in Spezialschellen. Mit ihnen darf nur gegen Feuchtigkeit geschütztes Installationszubehör verwendet werden, z. B. Feuchtraumschalter. -Steckverbindungen u. a.