Raumprogramm

Raumprogramm - zusammengefasste Darstellung der zu einem Bauwerk gehörenden und durch spezielle Merkmale gekennzeichneten Räume. Wesentliche Merkmale sind die Anzahl, Größe, Art (wie Kühlraum, technischer Raum) und Dimensionierung der Räume, der Zuschnitt ihrer Flächen sowie ihre Zweckbestimmung (z. B. Verkaufsraum, Gastraum, Vorbereitungsraum, Lagerraum, Büroraum usw.). Damit fasst das Raumprogramm alle wichtigen Anforderungen und Einflussfaktoren für die bautechnische Projektierung der einzelnen Räume zusammen und ist eine Grundlage, um die benötigten Flächen und den umbauten Raum zu ermitteln bzw. bei bereits vorhandenen Bauwerken widerzuspiegeln. Das Raumprogramm ist bedeutsam für die effektive Einordnung der verschiedenen technologischen Prozesse und deren Beziehungen zueinander. Außer den technischen und technologisch-organisatorischen Anforderungen sind dabei u. a. auch die der Ökonomie, der Warenkunde und Hygiene, der wissenschaftlichen Arbeitsorganisation, des Arbeits- und Brandschutzes, der Ästhetik zu beachten. Ein Raumprogramm wird in der Regel durch textliche Beschreibung, mit Hilfe von Parametern, Schemata und zeichnerischen Abbildungen dargestellt. - Zw. dem Raumprogramm und der Flächenbilanz für Handelsbauten besteht ein enger Zusammenhang. In der Flächenbilanz werden die Flächen bezeichnet, zugeordnet, bemessen und Flächengrößen - bezogen auf eine Leistungsstufe (z: B. Verkaufsraumfläche je Warenumsatz oder Lagerungsgrundfläche je Tonne (t) Warenbestand) - angegeben. Das betrifft besonders die Hauptfunktionsfläche. In Einzelhandelseinrichtungen ist dies die Verkaufsraumfläche als verkaufsaktive Fläche. Dazu rechnen alle Teilflächen, die dem Angebot und der Zusammenstellung von Waren, dem Abschluss des Verkaufsprozesses sowie der Bewegung der Käufer und Verkäufer im Verkaufsraum dienen. Sie wird in die Warenträgergrund-, die Theken-, die Kundenverkehrs-, die Verkäufer- und in sonstige Flächen unterteilt. Außerdem werden Verkaufsraum und -fläche nach Zonen gegliedert, z. B. in Kaufhallen, Kauf- und Warenhäusern nach der Ein- und Ausgangszone, der Verkaufszone mit Bedienungs- und Selbstbedienungszone, der Kassenzone. In Handelslagern ist die Hauptfunktionsfläche der Lagerraum, in dem die- Lagergüter konzentriert, geteilt, sortiert, gelagert, komplettiert und für den Verkauf vorbereitet werden. Sie wird in Teilflächen für die Lagerung, die Ein- und Absortierung, die Kommissionierung, Verpackung und Verkaufsvorbereitung gegliedert. Neue Lagerungsverfahren vergrößern die Bedeutung der Lagerraumhöhe und damit des Lagerraumvolumens und führen zu immer besserer Raumausnutzung - also einem günstigen Verhältnis von genutztem und vorhandenem Volumen des Raumes. Dies ist wesentlich für eine höhere Grundfondseffektivität des Handelsbetriebes.