Stoß

Stoß: kraftschlüssige Verbindung an einer aus Gründen der Werkstoffabmessungen, der Fertigung, des Transports oder der Montage angeordneten Trennstelle in einer Tragkonstruktion. Bei zusammengesetzten Querschnitten können die einzelnen Teile an verschiedenen Stellen gestoßen werden (Bedarfsstöße); geschieht dies jedoch an ein- und derselben Stelle. so spricht man von einem Universalstoß. Man unterscheidet nach dem Ort, wo die Verbindungen vorgenommen werden, Werkstatt- und Baustellen-bzw. Montagestöße. Zu verbindende Metallteile werden an den Stößen genietet, geschraubt, geschweißt oder geklebt (in den ersten 3 Fällen unter Verwendung von Laschen), Holzteile durch Laschen oder Leim verbunden. Bei Schweißstößen verdienen nach neueren Erkenntnissen Stumpfstöße den Vorzug gegenüber Laschenstößen. Weitere Formen sind Flanschstöße bei Rohrverbindungen (Leitung), Kopf- oder Stirnplattenstöße bei Druckstäben, wenn seitliches Ausweichen nicht in Frage kommt, und Kopfplattenstöße mit HV-Schrauben in Biegeträgern und in Druckstäben an beliebiger Stelle. Stöße mit rohen Schrauben sind in statisch unbestimmten Tragwerken nicht zulässig, weil der relativ große Schlupf zu Umlagerung der Schnittkräfte führt.
Stoßüberdeckung: Nebeneinanderführung und gegenseitige Überdeckung (-lappung) von Bewehrungsstählen innerhalb eines Stahlbetonteils als Erfordernis der Bewehrungskonstruktion oder zwischen 2 Stahlbetonteilen bzw. Betonierabschnitten zu deren sicherer Verbindung beim anschließenden Vergießen. Die Stoßüberdeckung soll möglichst nicht im Zugbereich angeordnet werden. Wo dies nicht vermeidbar ist, wie bei Stützenanschlüssen, wird eine Mindestüberdeckungslänge vorgeschrieben, um die in dem einen Bewehrungsstab vorhandene Zugkraft in den anderen Stab sicher überleiten zu können.